Allergisch auf Hunde: Das steckt dahinter – und bald könnte es Hilfe geben!

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04.01.2022: Juckende Augen, kratzender Hals, laufende Nase ... eine Hundeallergie ist eine ziemlich unangenehme Sache – insbesondere wenn du Hunde liebst! Anders als oft angenommen bringt nicht das Fell selbst das Immunsystem zum Austicken. Über die eigentlichen Allergene war bisher noch zu wenig bekannt. Neue Erkenntnisse, dank derer vielleicht sogar schon bald eine Behandlung in greifbare Nähe rückt, kommen jetzt aus Japan.

Fängt dein Körper an, sich niesend und tränend zu wehren, wenn Hunde in der Nähe sind, reagiert dein Immunsystem auf sogenannte Allergene. Sie stecken in Hautschuppen, Haarwurzeln oder auch im Speichel und Urin der Vierbeiner.

Die Symptome sind von Person zu Person unterschiedlich stark ausgeprägt. Wie heftig Betroffene reagieren, kommt auch auf die Hunderasse und sogar das individuelle Tier an, denn Hunde produzieren zwar die gleichen Allergene (die meisten Allergene sind Eiweißstoffe), aber in unterschiedlichen Mengen. An Faktoren wie Fellmenge, -länge oder -verlust lässt sich nicht festmachen, ob und wie stark ein Mensch mit Hundeallergie reagiert.

Allergisch auf Hunde: Das ist der Übeltäter

Wir wissen aus der Forschung, dass für die unangenehme Reaktion des Körpers bei mehr als der Hälfe der betroffenen Menschen das Allergen „Can f 1“ verantwortlich ist. Die Bezeichnung für Allergene wird nach einem bestimmten Muster gebildet: Die ersten 3 bis 4 Buchstaben des lateinischen Gattungsnamens + den ersten Buchstaben des Artnamens und einer Zahl. Aus Canis lupus familiaris wird daher Can f 1. (Es sind noch 6 weitere Can f-Allergene bekannt, sie spielen aber keine große Rolle beim Thema Hundeallergie)

Hilfe durch Desensibilisierung

Sind Allergene erst einmal identifiziert, kann in manchen Fällen – wie etwa bei einer Allergie auf Hausstaubmilben(kot) – eine Desensibilisierung helfen. Dabei handelt es sich quasi um eine „Allergie-Impfung“. Denn man versucht, das Immunsystem an die eigentlich harmlosen Substanzen zu gewöhnen, indem man es über einen längeren Zeitraum immer wieder mit ihnen in Kontakt bringt. Genau so etwas haben die Forschenden aus Japan in Sachen Hundeallergie auch vor.

Wie Puzzleteile: Epitop und Antikörper

Um eine Art Allergie-Impfung entwickeln zu können, ist mehr Wissen nötig als nur über das Allergen. Die Forschenden müssen dazu das sogenannte Epitop identifizieren. Dabei handelt es sich um den kleinen Molekülabschnitt auf der Oberfläche eines Antigens, den die Antikörper des Immunsystems erkennen und an den sie sich binden. Dieser Bereich führt also erst dazu, dass die überschießende Abwehrreaktion erfolgt.

Antikörper, die auch als Immunglobuline bezeichnet werden, kommen in 5 Klassen/„Isotypen“ (IgA bis IgE) vor. Es ist bekannt, dass der IgE-Isotyp eine Schlüsselrolle bei Allergien spielt. In Sachen Hundeallergie müssen die Forschenden das passende IgE-Epitop des Hunde-Allergens identifizieren.

Röntgenkristallographie liefert Einblicke

Das Team in Japan hat sich dazu ein Verfahren zunutze gemacht, bei der die Beugung von Röntgenstrahlen durch ein Material analysiert wird, um dessen „Kristallstruktur“ zu identifizieren – die Röntgenkristallographie. Sie haben so die Struktur des Can f 1-Allergens als Ganzes bestimmt.

Forschende sind zuversichtlich

Laut der Pressemitteilung der Osaka Prefecture University fand das Team so heraus, dass „das Faltungsmuster des Proteins auf den ersten Blick drei anderen Can f-Allergenen sehr ähnlich ist. Die Positionen der elektrischen Oberflächenladungen waren jedoch recht unterschiedlich, was wiederum auf eine Reihe von "Resten" schließen lässt, die gute Kandidaten für das IgE-Epitop sind.“

Jetzt geht es also darum, den Kandidatenkreis noch weiter einzugrenzen. Die Forschenden sind zuversichtlich, dass die Entwicklung eines „Impfstoffs“ in greifbarer Nähe liegt. Wir sind gespannt!

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