22/05/2017 

Allergien können bei Hunden in jedem Alter und bei jeder Rasse auftreten. Typisch sind vor allem Juckreiz, Hautveränderungen und wiederkehrende Ohrenentzündungen. Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall oder Erbrechen können ebenfalls vorkommen. Erfahre in diesem Artikel mehr darüber.

Wie bei uns Menschen kann das Immunsystem auch bei Hunden überempfindlich auf eigentlich harmlose Stoffe reagieren. Häufige Formen sind die Flohspeichelallergie, die Umweltallergie (atopische Dermatitis) und die Futtermittelallergie. Auslöser können z. B. Flohspeichel, Hausstaubmilben, Pollen, Schimmelpilze oder bestimmte Futterbestandteile sein. Kontaktallergien durch Reinigungsmittel, Duftstoffe oder Materialien sind möglich, aber seltener.

Den Auslöser zu finden, ist oft Detektivarbeit: Parasiten müssen ausgeschlossen, Hautinfektionen behandelt und bei Verdacht auf Futtermittelallergie eine streng kontrollierte Ausschlussdiät durchgeführt werden. Blut- oder Hauttests können bei Umweltallergien helfen, vor allem zur Planung einer Hyposensibilisierung. Eine Futtermittelallergie beweisen sie jedoch nicht zuverlässig.

Allergie-Symptome beim Hund

Die Symptome können sehr unterschiedlich ausfallen. Am häufigsten treten Juckreiz, Lecken oder Knabbern an Pfoten, Reiben des Gesichts, Rötungen, Schuppen, Haarausfall, nässende Hautstellen oder wiederkehrende Hot Spots auf. Viele allergische Hunde haben außerdem immer wieder Ohrenentzündungen. Betroffen sind oft Pfoten, Bauch, Achseln, Leisten, Ohren, Gesicht und Rutenansatz. Niesen, tränende Augen oder geschwollene Schleimhäute können vorkommen, sind beim Hund aber weniger typisch als Hautsymptome. Futtermittelallergien können zusätzlich Durchfall, Erbrechen, Blähungen oder weichen Kot verursachen, müssen es aber nicht.

Allergie behandeln lassen

Wenn dein Hund sich häufig kratzt, die Pfoten leckt, wiederkehrende Ohrentzündungen hat oder Hautstellen wund werden, solltest du ihn tierärztlich untersuchen lassen. Zuerst werden häufige Ursachen wie Flöhe, Milben, Hautinfektionen oder Hefepilze abgeklärt. Bei Verdacht auf Futtermittelallergie ist eine Ausschlussdiät über meist 8 bis 12 Wochen nötig. Bei diesem auch Eliminationsdiät genannten Vorgehen bekommt der Hund nur eine Kohlenhydrat- und eine Proteinquelle. Diese sollen für ihn komplett neu sein. Auch ein hydrolysiertes Protein, das quasi schon „vorverdaut“ ist, kann genutzt werden. Auch über Leckerchen und Kauartikeln darf der Hund nur das bekommen, was zur eingeschränkten Diät passt.

Erst die anschließende Provokation mit dem alten Futter zeigt, ob das Futter wirklich der Auslöser war. Je nach Allergieform können Flohschutz, Behandlung von Sekundärinfektionen, medizinische Shampoos, Medikamente gegen Juckreiz, Hyposensibilisierung oder Futtermanagement helfen.

Allergien sind oft gut kontrollierbar

Viele Allergien lassen sich nicht vollständig „heilen“, aber gut kontrollieren. Entscheidend ist, den individuellen Auslöser möglichst genau einzugrenzen und die Hautbarriere zu unterstützen. Dazu gehören konsequenter Schutz vor Parasiten, passende Pflege, Vermeidung bekannter Auslöser und regelmäßige Kontrollen. Bei chronischen Allergien ist ein langfristiger Behandlungsplan meist erfolgreicher als immer neue Einzelmaßnahmen.