Allergien bei Hunden: das große Kratzen

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Eine Allergie, das ist doch so eine neumodische Zivilisationskrankheit! Falsch: Allergien sind uralt. Aber: Die Zahl der betroffenen Hunde nimmt heute immer mehr zu. In Ausgabe 8/2018 beantworten wir Fragen rund um Allergien bei Hunden.

Der Hauptgrund dafür, dass immer mehr Hunde Allergien haben, könnte die Ausbreitung der Veranlagung zur Allergie in der Zucht sein. Doch auch Umweltfaktoren und Ernährung lassen sich als Ursachen nicht ausschließen. Möglicherweise hat die Zahl der Allergien gar nicht so dramatisch zugenommen, sondern sie werden häufiger erkannt.

Das Wort „Allergie“ bedeutet so viel wie „Fremdreaktion“. Das Immunsystem verwechselt eigentlich harmlose Stoffe mit gefährlichen Krankheitserregern. Es begegnet dem vermeintlichen Übeltäter mit schweren Geschützen (wie etwa dem Abwehr- und Entzündungsbotenstoff Histamin). Diese Reaktion schadet dem eigenen Körper.

Entstehung von Allergien

Wie Allergien entstehen, ist noch nicht abschließend erforscht. Es steht allerdings fest: Allergien sind nicht angeboren, sie werden erworben. Eine erblich bedingte Neigung zu einem überempfindlichen Immunsystem gilt aber als entscheidender Risikofaktor. Faktoren wie Stress, die das Immunsystem belasten, können allergische Beschwerden begünstigen.

Zellen des Immunsystems binden sich an Proteine
Illustrationen: Jennifer Nehls

Illustrationen: Jennifer NehlsBinden sich die y-förmigen Zellen des Immunsystems (Antikörper) an die Proteine, kommt es zur allergischen Reaktion. Die Proteine werden zu Allergenen. Bestimmte Zuckerbausteine können sich ebenfalls an die Proteine binden und eine Allergie vortäuschen. Mit einem einfachen Allergietest kann man nicht unterscheiden, ob tatsächlich eine Allergie auf jedes gebundene Protein vorliegt.

Erst wenn die Zuckerbausteine blockiert werden, kann man die tatsächlichen Allergene bestimmen (rechts). Oft zeigt sich, dass viel weniger Allergien vorliegen als ursprünglich anhand des Befunds angenommen.

So erkennst du, ob dein Hund eine Allergie hat

Besonders oft können hartnäckiger Juckreiz, schuppige oder gerötete Haut und Haarausfall auf eine Allergie hinweisen. Sie lassen sich vor allem an den Ohren, Pfoten, Leisten und am Bauch beobachten. Zur langen Liste weiterer Symptome zählen:

  • entzündete Augen
  • Husten
  • Niesen
  • Durchfall
  • Erbrechen

Diese Symptome können auch aufgrund anderer, teils schwerer, Erkrankungen auftreten. Womit sie zusammenhängen, sollte ein Tierarzt klären.

Allergien behandeln

Mit der entsprechenden medizinischen Behandlung und Management-Maßnahmen für den Alltag kannst du Allergien in den Griff bekommen. Es gibt zum Beispiel eine allergenspezifische Immuntherapie, die Beschwerden lindern kann. Bei Futterallergien ist es nötig, den Hund auf ein anderes Futter umzustellen.

Mehr über die Behandlung von Allergien liest du im Artikel in Ausgabe 8/2018 von DER HUND. Darin findest du auch Antworten auf Fragen wie „Woher weiß ich, was die Allergie auslöst?“ „Was ist eine Kreuzallergie?“ „Wie gefährlich sind Allergien?“ „Kann man ihnen vorbeugen?“ „Sind bestimmte Rassen häufiger betroffen?“ und „Welcher Tierarzt ist bei Allergien am besten geeignet?“

Lena Schwarz

... ist auf dem Land aufgewachsen. In Augsburg studierte sie Anglistik, Amerikanistik und Deutsch als Fremdsprache. Bei DER HUND kann sie ihre Hundeliebe, Naturverbundenheit und Freude am Schreiben sowie Fotografieren vereinen.

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