21/01/2026 

Januar 2026: Ein internationales Gremium von Fachleuten hat die ersten internationalen Leitlinien zur Diagnose und zum Monitoring des Canine Cognitive Dysfunction Syndrome (CCDS) veröffentlicht. Diese fortschreitende, altersbedingte Hirnerkrankung betrifft Studien zufolge jeden dritten Hund mit 12 Jahren und jeden zweiten mit 15 Jahren. Die Auswirkungen von CCDS gehen über reguläre altersbedingte Veränderungen hinaus.

Veröffentlicht haben die Wissenschaftler:innen ihre Arbeit im englischsprachigen Journal of the American Veterinary Medical Association (JAVMA). Hier kommst du direkt zu dem Beitrag.

„Die Leitlinien sind ein Startpunkt, um kognitive Veränderungen bei Hunden früh zu erkennen und klinische wie wissenschaftliche Arbeit zu vereinheitlichen“, sagt Professor Holger Volk, PhD. Er leitet die Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und war Teil des 12-köpfigen Gremiums, das die Leitlinien verfasst hat. Bei der Ausarbeitung haben die Experten auf Praxisnähe geachtet, denn sowohl Tierärztinnen und Tierärzte als auch die Halter:innen betroffener Hunde sollen davon profitieren. Die Leitlinien sollen mithilfe standardisierter Kriterien eine eine frühere und konsistentere Diagnose der Erkrankung ermöglichen.

Das steht in den Leitlinien

Zu finden sind in der Arbeit 6 Verhaltensfelder, die dabei helfen sollen, die kognitive Gesundheit zu bewerten:

  • Desorientierung
  • soziale Interaktion
  • Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Hausunreinheit
  • Aktivität
  • und Angst

Sie werden auch als DISHAA-Domänen bezeichnet. Zudem werden die Schweregrade mild, moderat sowie schwer eingeführt. Das soll dabei helfen, dass die Tierärztin oder der Tierarzt und der Hundehalter besser kommunizieren und auch die Planung der Therapie einfacher funktioniert. Das Gremium hat darüber hinaus 2 diagnostische Niveaus definiert.

Was ist Canine Cognitive Dysfunction Syndrome?

Die auf deutsch auch Canine kognitive Dysfunktion oder kognitives Dysfunktionssyndrom genannte chronische Erkrankung wird gern mit einer Alzheimererkrankung beim Menschen verglichen. Sie betrifft das Gehirn und die Nervenzellen. Betroffene Hunde können unterschiedliche Auswirkungen erleben. Manche wandern z. B. ziellos herum oder starren ins Leere. Sie erkennen teils Bezugspersonen nicht mehr oder wollen anders als früher nicht mehr kuscheln. Manche hören auf, auf ihren Namen zu reagieren. Oft sind die Hunde nachts unruhiger und schlafen weniger, ruhen dafür aber tagsüber mehr. Auch die Stubenreinheit können sie verlieren. Die Krankheit lässt sich zumindest aktuell nicht heilen oder aufhalten.