
Parvovirose beim Hund. Foto: Stefan Balk/Fotolia.com
Die Parvovirose ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung. Besonders gefährlich ist sie für ungeimpfte oder noch nicht vollständig grundimmunisierte Welpen. Auch alte, kranke oder immungeschwächte Hunde können schwer erkranken. Bei Verdacht gilt: Kontaktiere sofort die Tierarztpraxis und halte den Hund bis zur Untersuchung von anderen Hunden fern.
Parvoviren greifen vor allem schnell wachsende Zellen an, insbesondere die Darmschleimhaut und das Knochenmark. Häufig beginnt die Krankheit plötzlich. Mögliche Anzeichen sind:
- starker, meist übel riechender Durchfall, teils blutig
- wiederholtes Erbrechen
- Appetitlosigkeit und starke Müdigkeit
- Bauchschmerzen
- Fieber, manchmal auch Untertemperatur
- rasche Austrocknung
- Kreislaufprobleme oder Kollaps
Vor allem bei Welpen kann sich der Zustand innerhalb kurzer Zeit dramatisch verschlechtern. Selten treten plötzliche Todesfälle auf, bevor deutlicher Durchfall sichtbar wird.
So stecken sich Hunde an
Auslöser ist das canine Parvovirus, ein sehr widerstandsfähiges DNA-Virus. Infizierte Tiere scheiden große Mengen davon über den Kot aus. Andere Hunde können sich direkt oder indirekt anstecken – etwa über verschmutzte Böden, Näpfe, Decken, Schuhe, Hände oder Gegenstände.
Das Virus kann in der Umwelt lange infektiös bleiben, besonders in geschützten, kühlen Bereichen. Deshalb reicht normales Putzen oft nicht aus. Hunde können es außerdem ausscheiden, ohne selbst deutlich krank zu wirken.
Die Diagnose
Die Tierarztpraxis kann eine Kotprobe mit einem Antigen-Schnelltest untersuchen. Bei typischen Beschwerden und einem positiven Test ist die Diagnose sehr wahrscheinlich. Ein negatives Ergebnis schließt eine Parvovirose allerdings nicht sicher aus – etwa, wenn die Virusmenge in der Probe gering ist. Dann können je nach Situation weitere Untersuchungen, beispielsweise ein PCR-Test im Labor, sinnvoll sein.
Behandlung: die Folgen bekämpfen
Es gibt kein Medikament, das Parvoviren zuverlässig direkt beseitigt. Eine schnelle, intensive Behandlung verbessert die Überlebenschancen jedoch deutlich. Viele betroffene Hunde benötigen eine stationäre Versorgung.
Wichtige Maßnahmen sind Infusionen gegen Flüssigkeits- und Mineralstoffverluste und Medikamente gegen Erbrechen und Schmerzen. Ebenfalls von Bedeutung sind Wärme und engmaschige Überwachung. Besteht ein erhöhtes Risiko für bakterielle Folgeinfektionen, kommen Antibiotika infrage. Ein pauschaler Futterentzug über 24 bis 48 Stunden gilt nicht mehr als Standard. Die Tierarztpraxis entscheidet individuell, wann und wie der Hund wieder kleine, gut verträgliche Futtermengen bekommt.
Impfen und konsequent desinfizieren
Die wirksamste Vorsorge ist die Impfung gegen Parvovirose. Sie gehört zu den Core-Impfungen, die jeder Hund erhalten sollte. Gerade Welpen brauchen mehrere Impfungen, weil mütterliche Antikörper den Impferfolg in den ersten Lebenswochen noch beeinträchtigen können. Halte dich deshalb genau an den Impfplan deiner Tierarztpraxis.
Hatte ein Hund an Parvovirose oder bestand enger Kontakt, sind Isolation und eine sorgfältige Desinfektion wichtig. Verwende ausschließlich Mittel, die laut Hersteller ausdrücklich gegen unbehüllte Viren beziehungsweise Parvoviren wirken. Auch auf Schuhen, Transportboxen, Näpfen, Textilien und Liegeplätzen können sich Erreger befinden. Im Zweifel berät dich die Tierarztpraxis zur passenden Reinigung und zum Schutz weiterer Hunde.
