19/05/2026 

Staupe kann Hunde schwer krank machen und bleibende Schäden verursachen. Eine Impfung schützt vor der hochansteckenden Viruserkrankung. Lies hier mehr!

Staupe wird durch das Canine Distemper Virus (CDV) ausgelöst. Das Virus kommt auch bei Frettchen und bei Wildtieren wie Füchsen, Mardern und Waschbären vor. Deshalb können sich auch Hunde infizieren, die wenig Kontakt zu anderen Hunden haben.

Wenn dein Hund Fieber, Husten, Ausfluss aus Augen oder Nase, Durchfall oder neurologische Auffälligkeiten zeigt, solltest du zeitnah die Tierarztpraxis anrufen. Teile dabei direkt mit, dass Staupe möglich sein könnte. So kann die Praxis Maßnahmen treffen, um andere Tiere zu schützen.

So kann sich Staupe zeigen

Die Erkrankung kann unterschiedlich verlaufen. Wie schwer sie wird und welche Beschwerden auftreten, hängt unter anderem vom Alter, dem Immunsystem und dem Impfstatus ab.

Häufig beginnt die Krankheit etwa 1 Woche bis 2 Wochen nach der Ansteckung mit Fieber. Das kann zunächst wieder abklingen und später erneut deutlich ansteigen. Mögliche weitere Anzeichen sind:

  • Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • wässriger oder eitriger Ausfluss aus Nase und Augen
  • Bindehautentzündung
  • Husten, Atembeschwerden oder Lungenentzündung
  • Erbrechen und Durchfall
  • Hautveränderungen
  • starke Verhornung der Nasenhaut und Pfotenballen

Besonders schwerwiegend ist ein Befall des Nervensystems. Er kann auch erst Wochen nach den ersten Krankheitszeichen auftreten. Möglich sind dann etwa Muskelzuckungen, unsicherer Gang, Schwäche, Krampfanfälle, Lähmungen oder Verhaltensveränderungen. Diese Form der Staupe endet häufig tödlich oder hinterlässt dauerhafte Schäden.

Erkranken sehr junge Welpen, können später Schäden am Zahnschmelz der bleibenden Zähne sichtbar werden. Dieses sogenannte Staupegebiss entsteht, wenn das Virus die Zahnentwicklung stört. Auch Augenentzündungen und bleibende Sehschäden sind möglich.

Wie steckt sich ein Hund mit Staupe an?

Das Staupevirus verbreitet sich vor allem über direkten Kontakt mit infizierten Tieren sowie über Tröpfchen, etwa beim Niesen oder Husten. Infektiöse Körperflüssigkeiten wie Nasen- und Augensekret, Speichel, Urin oder Kot können ebenfalls eine Rolle spielen.

Eine indirekte Übertragung über Hände, Kleidung, Näpfe oder andere Gegenstände ist grundsätzlich möglich. Außerhalb des Körpers ist das umhüllte Virus jedoch vergleichsweise empfindlich und lässt sich mit üblichen Hygienemaßnahmen und geeigneten Desinfektionsmitteln inaktivieren.

Welpen sind besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Auch ungeimpfte, nicht vollständig grundimmunisierte oder immungeschwächte Hunde können schwer erkranken.

Die Diagnose

Die genannten Symptome können auf Staupe hindeuten, sind aber nicht eindeutig. Auch andere Atemwegs-, Magen-Darm- oder Nervenerkrankungen kommen als Ursache infrage.

Der Tierarzt oder die Tierärztin berücksichtigt daher Krankheitszeichen, Impfstatus und mögliche Kontakte zu anderen Hunden oder Wildtieren. Für den Virusnachweis kommen je nach Krankheitsphase beispielsweise Abstriche von Augen oder Nase, Blut- oder Urinproben infrage. Häufig untersucht ein Labor die Proben.

Schnelltests können einen ersten Hinweis geben, schließen Staupe bei einem negativen Ergebnis aber nicht sicher aus. Zudem kann die Aussagekraft davon abhängen, wann und aus welchem Material die Probe genommen wurde. Bei begründetem Verdacht beginnt die Tierarztpraxis daher mit der Behandlung und den nötigen Schutzmaßnahmen, ohne zwingend auf jedes Laborergebnis zu warten.

Staupe behandeln

Ein Medikament, das das Staupevirus gezielt beseitigt, steht derzeit nicht zur Verfügung. Die Behandlung richtet sich deshalb nach den Beschwerden und soll den Hund stabilisieren sowie Komplikationen vermeiden.

Bei Durchfall, Erbrechen oder Austrocknung bekommt er Flüssigkeit und Elektrolyte. Übelkeit, Schmerzen, Krämpfe oder Atemwegsbeschwerden lassen sich durch Medikamente lindern. Liegt zusätzlich eine bakterielle Infektion vor (oder droht sie zu entstehen), kommen zudem Antibiotika infrage. Eventuell ist es auch nötig, den Hund bei der Futteraufnahme zu unterstützen.

Ein Hund, bei dem Verdacht auf Staupe besteht oder der bereits erkrankt ist, sollte keinen Kontakt zu anderen Tieren haben, um Ansteckungen zu vermeiden. Halte dich an die Vorgaben deiner Tierarztpraxis, auch dazu, wie lange die Isolation nötig ist.

Impfung: Der wichtigste Schutz vor Staupe

Die Staupeimpfung gehört nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) zu den Core-Impfungen für Hunde: Sie wird grundsätzlich für jeden Hund empfohlen – unabhängig davon, ob er viel reist, Hundeschulen besucht oder überwiegend zuhause lebt.

Welpen erhalten mehrere Impfungen in festgelegten Abständen. Das ist wichtig, weil mütterliche Antikörper die Wirkung der Impfung in den ersten Lebenswochen noch beeinträchtigen können. Anschließend sind Auffrischungen notwendig. Wie oft diese erfolgen, hängt vom verwendeten Impfstoff, dem Alter des Hundes und seiner bisherigen Impfgeschichte ab. Deine Tierarztpraxis legt den passenden Impfplan fest.

Ein gesunder, vollständig geimpfter Hund ist sehr gut geschützt.