07/06/2017 

Asthma im engeren Sinn ist beim Hund selten. Trotzdem können Hunde anfallsartig husten, würgen oder schwer atmen — Beschwerden, die an Asthma erinnern. Dahinter stecken oft andere Erkrankungen der Atemwege. Atemnot ist immer ernst zu nehmen und sollte tierärztlich abgeklärt werden.

Die Tierärztin oder der Tierarzt muss bei asthmaähnlichen Beschwerden zunächst andere Ursachen für Husten und Atemnot ausschließen. Dazu gehören unter anderem Infektionen, Lungenentzündung, chronische Bronchitis, Trachealkollaps, Fremdkörper, Parasiten, Herzerkrankungen oder Tumoren. Je nach Befund können Abhören, Röntgen, Blutuntersuchungen, Herzdiagnostik, Kot- oder Parasitenuntersuchungen sowie eine Untersuchung der Atemwege sinnvoll sein. Erst wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind, kann über eine allergische oder asthmaähnliche Atemwegserkrankung gesprochen werden.

Mögliche Auslöser

Reizstoffe aus der Umgebung können Husten und Atemwegsbeschwerden verstärken. Dazu zählen z. B. Zigarettenrauch, Staub, Duftsprays, Reinigungsmittel, Schimmel, Pollen, trockene Luft oder starke Luftverschmutzung. Auch Übergewicht, schlechte Kondition oder Hitze können die Atmung zusätzlich belasten. Wenn ein Hund immer wieder in bestimmten Situationen hustet — etwa nach dem Staubsaugen, beim Spaziergang in der Pollensaison oder in verrauchten Räumen — kann ein Symptomtagebuch helfen, Muster zu erkennen.

Behandlung: Was hilft bei asthmaähnlichem Husten?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei entzündlichen Atemwegserkrankungen können entzündungshemmende Medikamente helfen, in manchen Fällen auch als Inhalation über eine spezielle Maske. Je nach Diagnose kommen zusätzlich bronchienerweiternde Medikamente, Antibiotika bei bakterieller Infektion, Parasitenbehandlung, Gewichtsreduktion oder Herzmedikamente infrage. Wichtig ist: Medikamente gegen Husten oder Atemnot sollten nie ohne tierärztliche Diagnose gegeben werden. Für Homöopathie, Bachblüten oder Schüßler-Salze gibt es keinen belastbaren Nachweis, dass sie eine echte Atemwegserkrankung beim Hund behandeln können. Pflanzliche Mittel können Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen haben und sollten ebenfalls nur nach Rücksprache eingesetzt werden.

Kann man vorbeugen?

Eine sichere Vorbeugung gibt es nicht. Du kannst die Atemwege deines Hundes aber entlasten: Vermeide Rauch, starke Duftstoffe, Staub und reizende Sprays, lüfte regelmäßig und achte auf ein gesundes Körpergewicht. Bei bekannten Auslösern hilft es, diese möglichst zu meiden. Eine pauschale „Stärkung des Immunsystems“ ist wissenschaftlich nicht als Therapie belegt. Sinnvoller sind eine genaue Diagnose, konsequente Behandlung und regelmäßige Kontrolle, wenn dein Hund wiederholt hustet oder Atemprobleme hat.

Wann ist es ein Notfall?

Wenn dein Hund nach Luft ringt, sehr schnell oder angestrengt atmet, blasse oder bläuliche Schleimhäute zeigt, zusammenbricht oder nicht zur Ruhe kommt, ist das ein Notfall. Fahre sofort in eine Tierklinik oder zum tierärztlichen Notdienst. Halte deinen Hund dabei möglichst ruhig und vermeide jede zusätzliche Belastung.