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Die Kastration der Hündin ist ein häufiger, aber nicht banaler Eingriff. Ob und wann sie sinnvoll (und v. a. erlaubt) ist, sollte immer individuell mit der Tierärztin oder dem Tierarzt besprochen werden. Besonders die Frühkastration vor der ersten Läufigkeit wird heute sorgfältig abgewogen.
Bei der Kastration werden in der Regel die Eierstöcke entfernt; dieser Eingriff heißt Ovarektomie. Werden Eierstöcke und Gebärmutter entfernt, spricht man von Ovariohysterektomie. Der Eingriff kann klassisch über einen Bauchschnitt oder in manchen Praxen minimalinvasiv erfolgen. Eine Frühkastration bedeutet: Die Hündin wird vor der ersten Läufigkeit kastriert. Wann diese eintritt, hängt unter anderem von Rasse, Größe und individueller Entwicklung ab.
Viel diskutierter Eingriff
In Deutschland ist die Kastration einer Hündin nicht einfach eine Frage der Bequemlichkeit. Das Tierschutzgesetz verbietet grundsätzlich das Entfernen gesunder Organe. Zulässig ist eine Kastration, wenn eine tierärztliche Indikation vorliegt – also ein medizinischer Grund, etwa bestimmte Erkrankungen oder ein erhebliches gesundheitliches Risiko. Der Wunsch, Läufigkeit oder ungewollte Welpen zu vermeiden, reicht bei privat gehaltenen Hunden in der Regel nicht als alleinige Begründung aus. Deshalb sollte vor einer Kastration immer individuell tierärztlich geprüft werden, ob sie notwendig und vertretbar ist.
Als Vorteile angeführte Folgen einer Frühkastration
- keine ungewollte Trächtigkeit
- keine Läufigkeit mit Blutung und Rüdeninteresse
- keine Scheinträchtigkeit
- kein Risiko für eine Gebärmutterentzündung, wenn die Gebärmutter entfernt wird oder später funktionslos bleibt
- geringeres Risiko für Gesäugetumoren, wenn sehr früh kastriert wird — die genaue Höhe dieses Effekts wird in der Fachliteratur jedoch unterschiedlich bewertet
Mögliche Nachteile und Risiken
Mögliche Folgen sind Harninkontinenz, Gewichtszunahme, Fellveränderungen und ein Einfluss auf die körperliche sowie verhaltensbezogene Entwicklung. Besonders bei größeren Rassen wird eine sehr frühe Kastration auch im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für bestimmte orthopädische Probleme diskutiert. Welche Risiken relevant sind, hängt stark von Rasse, Größe, Alter, Gesundheitszustand und Lebensumfeld ab.
Fazit
Eine Frühkastration kann Vorteile haben, ist aber nicht für jede Hündin die beste Wahl. Sinnvoll ist eine individuelle Beratung: Welche Rasse ist betroffen? Wie groß wird die Hündin? Gibt es medizinische Gründe, starke Scheinträchtigkeiten, ein hohes Risiko für ungewollte Deckakte oder andere Besonderheiten? Erst daraus ergibt sich, ob und wann eine Kastration empfehlenswert ist.
