16/05/2017 

Futtermittelallergien und Futtermittelunverträglichkeiten können Haut- und Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Sie sind wichtige mögliche Ursachen für Juckreiz, Durchfall oder Erbrechen, aber nicht die einzigen. Deshalb sollten immer auch Parasiten, Hautinfektionen und andere Allergien mitgedacht werden.

Jeder Hund kann unabhängig von Alter, Geschlecht oder Rasse betroffen sein. Typische Anzeichen sind Juckreiz, Rötungen, Pfotenlecken, wiederkehrende Ohrenentzündungen, Hautentzündungen oder Pusteln. Manche Hunde zeigen zusätzlich oder ausschließlich Magen-Darm-Probleme wie Durchfall, Erbrechen, Blähungen, Bauchschmerzen oder wechselnde Kotkonsistenz. Die Beschwerden können einzeln oder kombiniert auftreten.

Allergie oder Unverträglichkeit?

Bei einer Futtermittelallergie reagiert das Immunsystem auf einen eigentlich harmlosen Futterbestandteil, meist ein Protein. Bei einer Unverträglichkeit ist das Immunsystem nicht beteiligt; der Hund verträgt einen Bestandteil trotzdem nicht. Die Beschwerden können sehr ähnlich aussehen. Deshalb wird im Alltag oft zusammenfassend von einer „Futtermittelreaktion“ gesprochen. Die Abklärung erfolgt in beiden Fällen über eine konsequente Ausschlussdiät.

Wie verläuft die Diagnose?

Die wichtigste Methode ist eine Ausschlussdiät mit anschließender Provokation. Dafür bekommt der Hund über meist 8 bis 10 Wochen entweder eine bisher unbekannte Protein- und Kohlenhydratquelle oder ein geeignetes hydrolysiertes Diätfutter. „Hydrolysiert“ bedeutet: Die Eiweiße sind so stark aufgespalten, dass das Immunsystem sie häufig schlechter erkennt. Dabei ist es wichtig, komplett konsequent zu bleiben: Der Hund darf auch keine Leckerchen oder Kauartikel bekommen, die nicht zur Ausschlussdiät passen.

Bessern sich die Symptome, beweist das allein noch keine Futtermittelreaktion. Erst die Provokation mit einzelnen Bestandteilen des alten Futters zeigt, ob die Beschwerden wiederkommen. Oft passiert das innerhalb weniger Tage, manchmal dauert es länger. Ausschlussdiät und Provokation sollten immer tierärztlich begleitet werden, damit der Hund ausgewogen versorgt bleibt und andere Ursachen nicht übersehen werden. Verschwinden die Beschwerden und der Hund bekommt eine bedarfsdeckende Ration, kann die Provokation auch ausbleiben. Dann ist zwar nicht genau bekannt, was der Auslöser ist oder die Auslöser sind, aber der Hund bekommt alles, was er braucht und hat keine Probleme.