
Foto: Lena Schwarz
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Zuckerschock! Die Welpen der slowakischen rauhhaarigen VorstehhĂŒndin Joka sind einfach nur sĂŒĂ. Und in ihrem Leben passiert ruck zuck richtig viel. Jokas Halterin Melanie lĂ€sst uns in ihrem Tagebuch an dieser spannenden Zeit teilhaben.Â
Erster Eintrag im Tagebuch: vor der Geburt
Es ist Sonntag, der 22. Juli 2018. FĂŒr uns kein gewöhnlicher Sonntag, denn Joka zâProsnĂ©ho, unsere hochtrĂ€chtige HĂŒndin, stellt das Fressen ein. Regelrecht angewidert zieht sie sich vom Futternapf zurĂŒck. FĂŒr uns quasi das âDaumen hochâ, es geht los. Ab jetzt heiĂt es warten. Innerhalb von 24 Stunden werden sich die Welpen auf den Weg in ihr neues Leben machen.
Die Nacht von Sonntag auf Montag wird etwas unruhig, da sich Joka verzweifelt einen kĂŒhlen Platz bei diesen tropischen Temperaturen sucht. Warum muss ausgerechnet dieser Sommer so heiĂ sein? schieĂt mir durch den Kopf.
Montag 23. Juli 2018, 8:34 Uhr: Es geht los!
Genau 24 Stunden spĂ€ter geht es los. Mötti (unser Kosename) wird unruhig und nimmt um nichts in der Welt die Wurfkiste an. Alles war lehrbuchmĂ€Ăig vorbereitet, aber Natur ist eben Natur und kein Buch … Joka diskutiert mit mir, weil sie auf dem Sofa entbinden will. OK, ich gebe nach bevor noch irgendwas passiert. Ab jetzt geht es Schlag auf Schlag. Welpen Nummer 1-3 kommen im 20-Minuten-Takt, Nummer 4 nimmt sich etwas Zeit. Dann Pause.
Ich biete der leicht erschöpften jungen Mami Wasser an und sie ist sehr froh darĂŒber. Nach einer Stunde geht es weiter. Nummer 5-7 sagen âHallo Weltâ. Nach einer weiteren, ziemlich langen Pause, dĂŒrfen wir einen groĂen Brummer begrĂŒĂen und ein kleines MĂ€dchen hinterher.
Faszinierend, wie instinktiv diese junge HĂŒndin gearbeitet hat. War sie beim ersten Welpen noch etwas irritiert, so hat sie die weiteren so gekonnt, abgenabelt, die Nachgeburt gefressen, die Fruchtblase geöffnet und das Baby bis zum ersten Schrei mit ihrer Zunge massiert. Einfach nur göttlich, da zuzusehen. Es geht einem förmlich das Herz auf. Der Tag ist vorbei. Es ist 18.45 Uhr ⊠Ruhe kehrt ein und wird nur von stĂ€ndigem Schmatzen und Schlecken begleitet. Joka geht es soweit gut; sie ist mĂŒde und erschöpft natĂŒrlich, aber sie frisst mit Appetit. Herrchen und ich sind furchtbar mĂŒde aber auch unsagbar glĂŒcklich.
Wir haben noch fast einen Tag weiter diskutiert bezĂŒglich der Welpenkiste, aber Joka hat uns unmissverstĂ€ndlich klar gemacht: HIER NICHT. Also habe ich mich auf die Lauer gelegt, um zu beobachten, welches PlĂ€tzchen ihr vorschweben wĂŒrde. Tja und was soll ich euch sagen: wie zu alter VĂ€ter Sitte, das letzte Eckchen neben dem Kleiderschrank. Eng und verwinkelt; eine Höhle eben. Wir haben es ihr dort gemĂŒtlich eingerichtet und seitdem herrscht absolute Zufriedenheit.
Die Welpen wachsen und gedeihen prĂ€chtig. Joka hat ihr Muttersein voll im Griff, fĂŒttert regelmĂ€Ăig und hĂ€lt den Nachwuchs perfekt sauber. Sie frisst gut und genieĂt inzwischen auch schon wieder ihre Gassi-AusflĂŒge, um zwischendurch mal âLuft zu schnappenâ. Neben Freud ist aber auch Leid: Welpe Nummer 9 hat die zweite Nacht nicht ĂŒberlebt. Die Reise durch den Geburtskanal dauerte ihr zu lang, da ja der Brummer vor ihr war. Wir sind traurig, aber wissen auch, dass die Natur ihre eigenen Gesetze hat. Das kleine Wesen ist bei uns beerdigt und hat ihren Platz in unseren Herzen.
Routine kehrt ein + Infos ĂŒber den slowakischen rauhaarigen Vorstehhund
Wir sind sehr stolz auf unser Mötti. Sie macht alles sehr, sehr souverĂ€n. Sie hat inzwischen feste Fresszeiten eingefĂŒhrt und dazwischen wird geschlafen. Auch picobello sauber hĂ€lt sie die kleine Rasselbande.
Am Samstagmorgen wollte ich mich in den frĂŒhen, kĂŒhlen Morgenstunden zu einer lockeren Joggingrunde davonschleichen. Nichts da, FrĂ€ulein Joka hat genau das GerĂ€usch der TĂŒre vom Schuhkeller erkannt und kam wie der Blitz angeflitzt. Sie ist munter im Freilauf mitgelaufen und hat sichtlich die kleine Auszeit genossen. Nach unserer RĂŒckkehr hat sie natĂŒrlich erst bei den Welpen nach dem Rechten gesehen, alles fĂŒr OK befunden und kam zum FrĂŒhstĂŒck wieder runter. LĂUFT, wĂŒrde ich mal sagen đ
DER SLOWAKISCHE RAUHAARIGE VORSTEHHUND
Der Slowakische rauhaarige Vorstehhund ist seit 1982Â von der FCI anerkannt.
Er zĂ€hlt zu der Gruppe der Vorstehhunde. Als Jagdhund arbeitet er sowohl vor, als auch nach dem Schuss: er stöbert, steht vor und apportiert. Er kommt aber auch beim Mantrailing und im Zughundesport zum Einsatz. Es ist wichtig fĂŒr Hunde dieser Rasse, dass ihre Halter sie angemessen auslasten.
Die GröĂe ist bei RĂŒden 62-68 cm, bei HĂŒndinnen 57-64.
Der Grundton des Fells ist ein kastanienbraun schattiertes Sandfarben (als âGrauâ bezeichnet) mit helleren oder dunkleren Varianten. Die Hunde können weiĂe Abzeichen an den GliedmaĂen und an der Brust haben; es kommt auch âGrauâ mit mehr oder weniger groĂen Flecken vor, eventuell getĂŒpfelt.
Im Herkunftsland Slowakei gibt es aktuell etwa 2.000 Hunde, in Deutschland etwa 60.
Der Zuchtwart kommt
Die Welpen sind inzwischen 10 Tage alt und am 1, August war der Zuchtwart zur Erstabnahme des Wurfes da. Ja, wer denkt âzĂŒchtenâ heiĂt einfach RĂŒde und HĂŒndin miteinander SpaĂ haben zu lassen, tĂ€uscht sich ziemlich. Bereits im Vorfeld mussten wir einiges erledigen, um ĂŒberhaupt eine Zuchtzulassung zu erhalten.
Vor der Zuchtzulassung
Die HĂŒndin braucht 2 Formwertnoten mit âsehr gutâ oder âvorzĂŒglichâ. AuĂerdem muss sie einen Wesenstest ablegen und natĂŒrlich ein HD-Gutachten (HĂŒftdysplasie) vorlegen. AuĂerdem muss deine âZuchtstĂ€tteâ abgenommen sein. Die PlatzverhĂ€ltnisse mĂŒssen stimmen und dein Wissen ĂŒber Hunde und Zucht wird kontrolliert. Dies alles ist mit sehr viel Geld und Aufwand verbunden. Also mal eben hopp-schnapp ‘nen Wurf gemacht und die Welpen fĂŒr 250 Euro verhökern iss nich! GOTT SEI DANK, sag ich da nur.
Das kontrolliert der Zuchtwart
Entschuldigt, ich schweife ab. Der Zuchtwart war da und hat den Zustand der Welpen und der HĂŒndin kontrolliert. Er hat gecheckt, ob mit der Nabelschnur alles in Ordnung ist und schaute auch wegen Gaumenspalten sowie Fontanellen nach. Er war Ă€uĂerst zufrieden, hat das Formular fĂŒr den VDH ausgefĂŒllt und unterschrieben. Mama Joka war ĂŒbrigens wĂ€hrend des gesamten Prozederes super entspannt und zu keiner Zeit bange um ihre Babys. Dieses Urvertrauen in uns ist einfach genial. Ich liebe diesen tollen Hund â€
3. August 2018: ein Umzug
Nun also doch; Joka hatte ein Einsehen, dass es fĂŒr acht Racker, plus Drogo (ja unser kleiner, grĂŒner Drache hat einen Namen), plus sie selber in ihrer bevorzugten Höhle einfach langsam zu eng wird. Somit sind gestern alle in die Welpenkiste umgezogen. FĂŒr alle Beteiligten, einschlieĂlich Herrchen und Frauchen, eine prima Entscheidung! Alle fĂŒhlen sich wohl und haben ihren Platz gefunden.
Heute Morgen kam dann das nĂ€chste Grinsen in mein Gesicht: Die Zwerge fangen an, die Beinchen nicht nur zum Robben zu benutzen. Die ersten kleinen Gehversuche wurden gestartet. Jeden Tag eine neue, wunderbare Ăberraschung!
Ăuglein öffnet euch
Kinder, wie die Zeit dahinrennt. Inzwischen haben sich die Welpen bestens in der Wurfkiste eingelebt und mit den Gehversuchen starten sie auch ihre ersten Versuche, auszubĂŒxen.
Gott sei Dank sind sie dazu allerdings wirklich noch zu âkurzâ. Aber zum Training werden die Kissen erklommen, Drogo beklettert und die Geschwisterchen ĂŒberrannt. Und ganz nebenbei machen ein paar Welpen schon ihre Ăuglein auf.
Ganz wichtig in ihrem Leben ist nach wie vor die MILCHBAR!
Saugen und schlafen ist ein echt toller Rhythmus. Dass man dabei gut zunimmt, ist klar. RegelmĂ€Ăiges Wiegen gehört zu unserem Alltag. Vom Geburtsgewicht von durchschnittlich 300 Gramm haben sie es inzwischen auf durchschnittlich stolze 1.300 Gramm geschafft.
Entwurmung
Heute sind die Welpen genau 14 Tage alt. Zeit fĂŒr die erste Entwurmung. Wir haben uns fĂŒr die flĂŒssige Variante zur Eingabe entschieden, was auch super per Spritzchen geklappt hat.
Alles, was verschlabbert wurde, hat Mama sauber gemacht. AuĂerdem waren Herrchen und Frauchen heute noch ziemlich wuselig: Sie stellen das ganze Wohnzimmer auf den Kopf und bauen so ein komisches Gestell auf.
Ja genau, der nĂ€chste Umzug steht bevor. In wenigen Tagen, wenn alle etwas stabiler auf den Beinchen sind, dĂŒrfen die Kleinen ins Wohnzimmer umsiedeln – in den Welpenauslauf mit direktem Zugang zum Garten.
Das Leben mit den Welpen gestaltet sich sehr schön und abwechslungsreich.
Ziegenmilch fĂŒr die Welpen
Gestern war ich wieder auf unserem Bio-Ziegenhof und habe fĂŒr die nĂ€chsten Tage frische Ziegenmilch geholt. Die bekommt Joka in ihr Futter und bald auch die Welpen. Nicht mehr lange und wir werden zufĂŒttern mĂŒssen, denn die Racker sind schon ziemlich gierig und neigen immer öfter zur âSelbstbedienungâ.
Joka kommt nun auch gelegentlich auf die Waage. Obwohl wir optisch sehen, dass ihr Gewicht perfekt ist, wollen wir uns trotzdem vergewissern, dass sie nicht zu dĂŒnn wird. Auch ihr Fell sieht super aus und das GesĂ€uge wird tĂ€glich gepflegt und eingeölt, damit es keinen Schaden nimmt. HierfĂŒr stutzen wir auch regelmĂ€Ăig die Krallen der Kleinen.
Wie ihr seht: Immer was los bei uns!
Gelobt sei die Erfindung der Waschmaschine. SelbstverstĂ€ndlich kommt Joka ihrem “Reinigungsdienst” nach, aber das klappt nur noch beim groĂen GeschĂ€ft der Kleinen, denn das kleine GeschĂ€ft ist inzwischen ziemlich groĂ. In dieser Menge ist es nicht mehr zu bewĂ€ltigen.
Wir sind vorbereitet, haben genug WĂ€sche parat und können somit 2-3 Mal pro Tag wechseln. Dadurch fĂŒhlen sich die Racker wohl und schlafen, spielen und sĂ€ugen genĂŒsslich.
Wenn zwischendurch Zeit bleibt, werden die administrativen Dinge erledigt; Termin mit dem Tierarzt fĂŒr Chippen und Impfen ausmachen, Zuchtwarttermin fĂŒr die Endabnahme vereinbart, Besuchstermine der neuen Herrchen und Frauchen koordinieren …
Der groĂe Umzug
Wir haben das vergangene Wochenende genutzt: Die Welpen sind umgezogen.
Bei uns lebt ja nicht nur Joka mit den Welpen, sondern wir haben auch noch Eyla und Ran im Haus. Auch beides Slowakische Vorstehhunde.
Bei Eyla mussten wir uns keine Sorgen machen. Sie durfte bereits in der zweiten Woche mal nach den Kleinen sehen.
Leider hat Ran im Rudel allerdings so einen niedrigen Rang, dass Joka die Kleinen komplett von ihm abgeschirmt hat. Trotzdem lief der Umzug in den Welpenauslauf im Wohnzimmer nun, mit drei Wochen, reibungslos und ab sofort hĂŒtet Ran die Racker.
Die Kleinen haben sich super eingelebt.Â
Der Welpenauslauf wird zum Spielen, Toben und Schlafen genutzt und seit vergangenem Sonntag kommt nun auch die ZufĂŒtterung dazu.
FĂŒr Joka sind 8 Welpen ein Haufen Holz. Inzwischen sind sie 25 Tage alt und wiegen alle ĂŒber 2 Kilogramm, da ist zufĂŒttern legitim. Aktuell nur mit Ziegenmilch und Dorschlebertran, aber Fleisch ist schon fĂŒr die nĂ€chsten Tage geplant.
Jetzt wird’s bunt
Die vergangene Woche war sehr turbulent.
Nach wenigen Tagen im Welpenauslauf indoor, haben wir die âToreâ fĂŒr die Zwerge geöffnet. Ab sofort dĂŒrfen sie die groĂe, weite Welt unseres Gartens erkunden.
Damit sie mit ihren kurzen Beinchen ungehindert rein und raus können, hat Herrchen eine BrĂŒcke fĂŒr die TerrassentĂŒre gebastelt. Die Hecke wurde mittels Zaun welpensicher gemacht und das BĂ€llebad und der Krabbeltunnel aufgebaut.
Ziemlich viele neue EindrĂŒcke fĂŒr kleine Vierbeiner.
Wen wundert’s da, dass auch der Appetit sehr schnell gröĂer und gröĂer wird. Zur Welpenmilch kommt inzwischen der fein gewolfte Tartar dazu und Joka ist sichtlich dankbar fĂŒr meine UnterstĂŒtzung. Zusammen sind wir echt ein super Team.
Auch die beiden Oldies dĂŒrfen inzwischen mitspielen, ohne dass Mama böse wird. Im Gegenteil: Man könnte meinen sie ist froh, dass die Welpen von ihr etwas abgelenkt werden.
Grausam, wie schnelllebig so eine Welpenzeit ist. War es gestern noch der Tartar in Ziegenmilch, fahren wir den Milchanteil jetzt schon deutlich zurĂŒck und erhöhen den Fleischanteil.
Um MangelernĂ€hrung zu verhindern, kommen inzwischen schon ZusĂ€tze wie Fleischknochenmehl und Mineralien dazu. Jeden Tag heiĂt es auf’s Neue zu beobachten, was in der FĂŒtterung geĂ€ndert werden muss.
Wir sind bei mittlerweile 5 Mahlzeiten meinerseits und klitzekleinen Snacks von Joka.
Der Tierarzt-Check am Montag hat uns bestÀtigt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind: Mutter und Welpen in bester Verfassung!
Der Garten wird super angenommen und manch ein Racker hat tatsĂ€chlich schon verstanden, dass Pipi und Kacka drauĂen deutlich schöner ist, als im eigenen âBettchenâ. Meinem Ziel, die Welpen stubenrein zu ĂŒbergeben, komme ich immer nĂ€her.
Und unser erstes Fotoshooting hatten wir auch. Allerdings hat so mancher Zwerg die Sache etwas falsch verstanden …
Die Welpen sind 4 Wochen alt
Die vierte Woche ist vorbei. Die zweite Entwurmung steht an. NatĂŒrlich sind Entwurmungen immer Diskussionsthema, aber wenn die Welpen mit drei groĂen Hunden zusammenleben, die mit Vorliebe im Modder baden und alles Mögliche vom Feld fressen, sind wir mit der Wurmkur auf der sicheren Seite. Das Gewicht liegt derweilen bei plus/minus 3.000 Gramm, somit sind die Welpen schon ziemlich groĂe Racker. Milch gibt es von unserer Seite aus keine mehr und Joka geht vom âMama-Modusâ in den âSpiel-Modusâ ĂŒber.
Nach den Toren in den Garten haben wir jetzt auch das Wohnzimmer freigegeben. Das Rudel kennenzulernen ist angesagt. Damit ist auch die ein oder andere âAnsageâ durch HĂŒndin Eyla verbunden, wenn sich die Kleinen daneben benehmen. Gut so; so gehört Erziehung, allerdings gestatten wir den Damen auch, sich mal aufs Sofa zurĂŒckzuziehen, wenn es zu anstrengend wird đ
Vom Welpenring haben wir uns verabschiedet, denn Herrchen hat eine Welpenbar gebaut. Nun heiĂt es, gesittet nebeneinander zu fressen. Das funktioniert von Anfang an perfekt! Einmal in der Woche dĂŒrfen die Welpen mit âin den AuĂendienstâ, wenn ich fĂŒr zwei Tage in die Filiale fahre. Das heiĂt: Autofahren wird trainiert und das Spieleparadies des Zweitwohnsitzes genossen.
Die Kleinen entwickeln nun auch ihre Persönlichkeiten. Jede/r ist ein bisschen anders und auf seine Art etwas Besonderes. Man kann versuchen, sich nicht zu binden, aber da bin ich leider die Falsche. Mir wird tĂ€glich mehr Bange vor dem Tag des Auszugs đ
6 Wochen, 3 Tage
Die Welpen werden erwachsen … Sie erkunden die Welt weiterhin. Doch ganz viel ist bereits ânormalâ. Sie erschrecken vor nichts und probieren alles aus.
Aus unbequemen Situationen â in die sich wohlgemerkt selbst hineinmanövriert haben â finden sie immer Lösungen.
Das Wackelbrett macht ihnen riesigen SpaĂ, mit dem Auto zu fahren ist Alltag und die ZĂ€hnchen wetzen sie an Knochen ab. Kleine Rangeleien gehören zu den sozialen Erfahrungen, genauso wie sich zu ergeben und Respekt vor Eyla zu haben.
Nachts ist inzwischen Ruhe eingekehrt. Denn die FĂŒtterung liegt nun ganz bei mir. Und wir haben den Bogen mit den ZeitabstĂ€nden ziemlich gut raus.
7 Wochen alt
Inzwischen sind die Welpen sieben Wochen alt und die Entwicklung geht rasend. Das ursprĂŒngliche BĂ€llebad hat das Zeitliche gesegnet, daher haben wir unser Hundeplanschbecken umfunktioniert und der SpaĂ ist enorm. Man könnte stundenlang zuschauen.
Die Spielstunden dauern tÀglich lÀnger und sind deutlich wilder.
Dann fallen die Kleinen komatös um. Bevorzugt auch mal bei mir auf dem SchoĂ, denn die tĂ€glichen Schmuseeinheiten gehören unbedingt dazu.
Auch mit Mama wird inzwischen mehr gespielt und geschmust als bei ihr getrunken. Wahnsinn, mir geht immer das Herz auf bei so viel Mutterliebe â€
Und wenn Herrchen zum Guten-Morgen-Sagen kommt, spielen alle ErdmĂ€nnchen đ
Beim Welpentest
Wir waren jetzt mit den Kleinen beim Welpentest. SelbstverstĂ€ndlich beobachten wir sie laufend und können uns auch ein Bild von ihren Charaktereigenschaften machen. Trotzdem ist das Verhalten in den eigenen vier WĂ€nden anders als bei Fremden. Deshalb haben wir Birgit Balogh, von der gleichnamigen Jagdhundeschule, mit ihrer Kollegin Karin die Welpen âbetrachtenâ und aus anderem Blickwinkel beurteilen lassen.
Unsere EinschĂ€tzung und Zuordnung zu den Interessenten war gar nicht so schlecht. Nur zwei Welpen haben jetzt ihre zuerst vorgesehenen Zuhause und Aufgaben getauscht: Eine wird JagdhĂŒndin und die andere Detection Dog (sie wird mit ihrem Zweibeiner HaselmĂ€use und FledermĂ€use aufspĂŒren).
Auch unsere Entscheidung ist gefallen: Herrchen hat sich das bunte MĂ€dchen gewĂŒnscht! Nun, auch Herrchen soll mal seinen Willen haben.
Am Sonntag stand erneut ein Fototermin an. Die Tierfotografin Jeanette Hutfluss hat sich fĂŒr die Rasse und den Wurf interessiert. Sie fotografiert speziell fĂŒr Zeitungen, Zeitschriften und Kalender und konzentriert sich dafĂŒr auch auf seltene Rassen. Also haben wir ihre Einladung angenommen und einen lustigen Sonntag verbracht.
8 Wochen alt
Welpen vorzubereiten heiĂt, auch ihnen die Welt zu zeigen. Dazu gehört, sie an die HalsbĂ€nder und an Leine zu gewöhnen, ihnen die Freiheit zu zeigen und auch, dass Wasser nicht gefĂ€hrlich ist. Daher haben wir das ganze Rudel geschnappt und zu einem nahegelegenen See gefahren.
Was geht einem das Herz auf, wenn man die Bande rumtoben und erobern sieht! Da werden BlÀtter zu Beute und das Wasser zu einem neuen Abenteuerspielplatz. Fremde Menschen und Hunde werden neugierig beÀugt und als neutral bewertet.
Jetzt lautet die Devise: abnabeln
Aber ab jetzt stehen die Zeichen auf Sturm ⊠seelischem Sturm. Sie sind nun 8 Wochen alt (19. September 2018). Wir waren bereits beim Tierarzt und sie haben ihre Impfung bekommen. Alle waren tapfer und haben diese erste Tierarztbegegnung toll weggesteckt.
Der Zuchtwart hat sich fĂŒr Sonntag angemeldet und auch die die neuen Besitzer. Abnabeln heiĂt die Devise jetzt fĂŒr mich, aber selten ist mir etwas schwerer gefallen.
Zeit fĂŒr den Abschied
Unbeschreibliche 18 Wochen liegen hinter uns. Vom Tag des Deckens bis zum trÀnenreichen Auszug der Welpen am vergangenen Sonntag (23. September 2018). Es waren Wochen voller Lernen, Erfahren, Lachen und Verzweifeln. Wir haben den Welpen alles gegeben, was in dieser kurzen Zeit möglich war: Autofahren, Leine gehen, Wasser, Feld, Wald, Wiese und fremde Menschen haben sie kennengelernt.
Ganz viel Liebe, viele Kuscheleinheiten und auch mal ein klares NEIN, alles gehört dazu. Somit konnten sie in ihr neues Leben aufbrechen. NatĂŒrlich nach dem letzten Besuch des Zuchtwartes, der uns eine einwandfreie Aufzucht und durchweg gesunde Welpen bescheinigte.
Ich bin froh und glĂŒcklich, eine gute Auswahl an Interessenten gehabt zu haben, um die entsprechenden Familien fĂŒr sie auszusuchen. Nun wĂŒnsche ich mir, dass mich mein BauchgefĂŒhl nicht fehlgeleitet hat.
Zwei der Welpen werden noch einige Tage bei uns bleiben. Sie ziehen ins Ausland und mĂŒssen natĂŒrlich alle Bestimmungen zur Tollwut erfĂŒllen, bevor die Reise losgehen kann. FĂŒnf weitere sind schon in ihren neuen Familien angekommen.
Hier siehst du Bilbo in seinem Bettchen, Bungee und den schlafenden Bismark, jetzt Taki (das bedeutet Wasserfall auf japanisch)
Ich wĂŒnsche meinen 8 wunderbaren Rackern ein Leben voller Liebe, gut gefĂŒllte NĂ€pfe, ein gemĂŒtliches PlĂ€tzchen zum Schlafen, eine tolle Aufgabe und ein langes Leben. â€
