Vor einiger Zeit wurde mein Hundsenior plötzlich krank. Aus Neugier hatte ich sein Hundealter in Menschenjahre umgerechnet: Es entsprach bereits etwa 60 Menschenjahren. Er fraß kaum, wirkte müde und wollte seinen Schlafplatz nur selten verlassen. Der Tierarzt hatte ihn untersucht und mir erklärt, worauf ich in den nächsten Tagen achten sollte. Trotzdem fiel es mir schwer, ihn morgens allein zu lassen.
Ich musste jeden Tag zur Arbeit und konnte nicht ständig jemanden bitten, nach ihm zu sehen. Besonders beunruhigte mich die Vorstellung, dass sich sein Zustand verschlechtern könnte, ohne dass ich es bemerkte.
Ein Tipp aus einem Hundeforum
Eines Abends las ich in einem Hundeforum einen Beitrag über Kameras, mit denen Hundehalterinnen und -halter ihre Tiere während der Arbeit beobachten. Bis dahin hatte ich Überwachungskameras hauptsächlich mit Einbruchschutz verbunden. Für meine Situation erschien mir die Idee jedoch sinnvoll.
Bevor ich mich entschied, sah ich mir verschiedene Innenkameras an. Wichtig waren mir der Zugriff per Smartphone und die Möglichkeit, einen größeren Teil des Zimmers zu erfassen. Schließlich wählte ich eine schwenkbare Haustier-Kamera mit Zoom.
Die Kamera aufstellen
Zuerst stellte ich die Kamera einfach in eine Zimmerecke. Dort sah ich zwar einen großen Teil des Raumes, aber nicht den Platz neben dem Sofa, an dem mein Hund besonders gern schlief.
Nach einigen Versuchen fand ich einen besseren Standort. Von dort erfasste die Kamera sein Hundebett, den Wassernapf und den Weg zur Tür. Ich achtete darauf, dass keine Möbel die Sicht versperrten und mein Hund das Kabel nicht erreichen konnte.
Während meiner Pausen öffnete ich kurz die App. Meist schlief mein Hund ruhig. Hin und wieder stand er auf, trank etwas und legte sich an einen anderen Platz. Sobald die Kamera eine Bewegung erkannte, erhielt ich eine Benachrichtigung auf meinem Smartphone. Das war besonders praktisch, weil ich nicht ständig selbst in der App nachsehen musste. Diese kleinen Beobachtungen beruhigten mich deutlich mehr, als ich erwartet hatte. Gleichzeitig konnte ich erkennen, ob er ungewöhnlich unruhig wirkte oder sein Wasser vollständig mied.
Hilfreicher Einblick
Inzwischen ist mein Hund fast wieder gesund. Heute nutze ich die Kamera nur noch gelegentlich. Sie gibt mir einen hilfreichen Einblick in den Alltag meines Hundes, wenn ich gerade nicht zuhause bin. Vor allem während seiner Krankheit nahm sie mir einen Teil der Unsicherheit. Ich wusste, ob er ruhig schlief, Wasser trank oder sich auffällig verhielt, obwohl ich nicht rund um die Uhr bei ihm sein konnte.
