Fellpflege: Vom Junghund zum erwachsenen Vierbeiner

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Hundefell braucht in jeder Lebensphase Aufmerksamkeit und Pflege, damit es gesund und schön bleibt. Schon Welpen sollten die regelmäßige Fellpflege als entspanntes, selbstverständliches Ritual kennenlernen. Erwachsene Hunde unterscheiden sich, je nach Rasse und Mix, in Haarstruktur und Haarlänge. Doch für alle gilt: Nur mit der richtigen Fellpflege fühlt sich der Vierbeiner rundherum wohl.

Im Alter von 4 bis 6 Monaten verlieren Hundekinder ihr Welpenfell und das Fell neigt zu Verfilzungen. Jetzt ist liebevolle Konsequenz angesagt. In der Regel verlieren Junghunde auch zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat ihr Welpenfell. Das nachwachsende Fell ist bereits das des ausgewachsenen Hundes. Es unterteilt sich in Wollhaare (Unterfell) und Grannenhaare (Deckhaare) und ist von anderer Beschaffenheit als das weiche, dünne und flaumige Welpenfell. Zu jedem Grannenhaar gehören sechs bis zwölf Wollhaare – deshalb ist das Unterfell des Hundes viel dichter als das Deckhaar.

Gerade während dieses Fellwechsels kann es oft zu Verfilzungen kommen. Bleiben diese längere Zeit unbemerkt, kann das Entfernen mühsam und, für den jungen Hund, schmerzhaft werden.

Damit es soweit gar nicht erst kommt, sollte bei Junghunden besonderer Wert auf die regelmäßige Fellpflege gelegt werden. Die gestaltet sich jetzt freilich oft gar nicht so einfach. Junghunde sind  oft frech und verspielt und betrachten die Fellpflege als Aufforderung zum wilden Toben und Raufen. Sie beißen in Bürsten und Kämme und wollen partout nicht stillhalten. Hundebesitzer:innen dürfen sich jetzt nicht entmutigen lassen und sollten dieses Verhalten ruhig, aber souverän unterbinden. Nach der Fellpflege kann der Jungspund mit einem ausgelassenen Spiel belohnt werden – während der Prozedur soll er aber lernen, ruhig und brav abzuwarten.

Pflege sollte bei Junghunden kurz, aber oft erfolgen

Bei Junghunden empfiehlt es sich, die Fellpflege lieber öfter und dafür kürzer zu praktizieren. Auf diese Weise wird dem ungestümen jungen Hund nicht zu viel Geduld abverlangt und Verfilzungen haben trotzdem keine Chance. Sobald der Junghund sein Welpenfell verloren hat, sollte auch das Pflegeequipment angepasst werden.

Fellpflege bei erwachsenen Hunden

Damit der natürliche Wachstumszyklus des Hundehaarss reibungslos ablaufen kann, sollten wir Halter ihren Vierbeiner mit regelmäßiger Fellpflege unterstützen. Die liebevolle Hundepflege fördert nicht nur die Hygiene, die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes, sondern auch die gegenseitige Mensch-Hund-Bindung. Je nach individueller Menge, Beschaffenheit und dem Aufbau des Haars fällt die Pflege mehr oder weniger aufwändig aus.

Unterschiedliche Typen

Bei rauhaarigen Hunden wird das Haar getrimmt. Das bedeutet, dass nur noch lose am Hund sitzendes, altes Haar, herausgezupft wird, um dem darunter bereits nachdrängenden, neuen Haar, Platz zu machen. Bei Hunden, die keine oder kaum Unterwolle mitbringen und kurzes Deckhaar haben, reicht meist das Bürsten, zum Beispiel mit einem Gumminoppenstriegel, aus. Das entfernt loses Haar und fühlt sich dabei auch noch an wie eine Massage. Bei Hunden mit mehr Unterwolle muss diese entfernt werden, wenn sie lose wird, damit es nicht zu Verfilzungen kommt.

Fellpflege bei Hitze

Hunde mit dickem oder langem Fell und üppiger Unterwolle leiden im Sommer schnell unter den hohen Temperaturen. Dennoch ist eine Schur bei den meisten Hunden keine gute Idee. Sinnvoller ist es, die Unterwolle auszukämmen oder auch auszudünnen und dem Vierbeiner auf diese Weise die Sommermonate zu erleichtern. Das Deckhaar ist weniger dicht und liegt nicht so nah an der Haut wie die Unterwolle, so dass die Luft besser zirkulieren kann.

Manche Hundehalter:innen lassen ihren Vierbeiner im Sommer kurzerhand scheren, weil sie denken, sie könnten ihrem Hund auf diese Weise die Hitze erträglicher machen. Die Schur ist bei Hunden mit Unterwolle jedoch nicht empfehlenswert. Sie kürzt die isolierende Unterwolle nur und entfernt sie nicht. Die Haut wird also trotz "Sommerfrisur" schlecht belüftet und kann die Hitze nicht optimal nach außen abgeben. Zudem kann das Scheren sogar dazu führen, dass die Unterwolle verstärkt nachwächst und dabei verfilzt. Verfilzte Stellen breiten sich schnell aus und wirken sich auf die Klimatisierung der Haut entsprechend negativ aus. Auch die Fellstruktur kann sich nach der Schur negativ verändern: Das Fell wird weicher, struppiger und verliert an Glanz und Farbe.

Wird das Hundefell zu kurz geschnitten, erhöht sich das Sonnenbrand-Risiko, denn die Haut ist ohne das lange, schützende Deckhaar verstärkt der Sonne ausgeliefert. Bedenkt man, dass die Schur aufwändig und für viele Hunde mit Stress verbunden ist, wird klar, dass das Ausdünnen der Unterwolle als Pflegemaßnahme im Sommer eine sinnvolle Alternative ist.

Das gesamte Jahr wichtig ist regelmäßiges und teils auch ziemlich häufiges Bürsten, damit das gesamte Fell gut in Schuss bleibt.

Mehr über Fell und Pflege liest du hier: 

Fellpflege bei langhaarigen, kurzhaarigen und rauhaarigen Hunden