28/10/2026 

Ich habe gelesen, dass bestimmte Medikamente dazu führen, dass Hunde ein höheres Risiko für Sonnenbrand haben. Jetzt frage ich mich: Welche weiteren Auswirkungen auf die Gesundheit, und vielleicht ja auch das Verhalten, können Wirkstoffe von Mitteln haben, die Hunde bekommen? Muss ich nach so etwas in der Tierarztpraxis fragen? Ich kann mich erinnern, dass mir selbst auch mal eine Creme verschrieben wurde, die zu Problemen geführt hat, auf die ich weder beim Arzt noch in der Apotheke hingewiesen worden war.

Ann Christin Petzak, Tierärztin
Dr. med. vet. Pasquale Piturru (M. Sc.), Tierarzt

Ja, Medikamente können beim Hund neben ihrer gewünschten therapeutischen Wirkung eine Reihe weiterer Effekte hervorrufen – und einige davon können auch das Verhalten beeinflussen. Ordnen wir zunächst den Begriff „Nebenwirkung“ richtig ein.

Eine Nebenwirkung bedeutet keineswegs automatisch, dass ein Medikament schlecht oder gefährlich ist. Praktisch jeder pharmakologisch wirksame Stoff kann neben seiner erwünschten Hauptwirkung weitere Wirkungen entfalten. Entscheidend ist deshalb immer die Abwägung zwischen dem therapeutischen Nutzen und den möglichen Risiken für den individuellen Patienten. 

Das erhöhte Risiko für einen „Sonnenbrand“ ist dafür ein interessantes Beispiel. Genau genommen handelt es sich um eine Photosensibilisierung bzw. Phototoxizität. Dabei befinden sich lichtreaktive Substanzen oder deren Stoffwechselprodukte in der Haut. Unter Einwirkung von ultraviolettem oder teilweise auch sichtbarem Licht können chemische Reaktionen entstehen, bei denen u. a. reaktive Sauerstoffverbindungen gebildet werden. Diese können Hautzellen schädigen und zu Rötungen, Entzündungen, Krustenbildung oder anderen Hautveränderungen führen.

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Dr. med. vet. Pasquale Piturru

Dr. med. vet. Pasquale Piturru ist Master of Small Animal Science, Fachtierarzt für Verhaltenskunde, Kleintiere sowie Tierschutzkunde und führt die Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie. Er ist der Initiator der Hundetrainerzertifizierung durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein und arbeitet in der Klinik für Kleintiere bei Hamburg.

www.tierklinik-quickborn.de

Ann Christin Petzak

Ann Christin Petzak arbeitet seit 9 Jahren in der Tierärztlichen Klinik für Kleintiere Quickborn. Dort ist sie neben ihrer Hauptfunktion als Internistin ebenso in der Notfallambulanz tätig. 2022 erhielt sie das „General Practioner Certificate in Small Animal Medicine“.

www.tierklinik-quickborn.de