02/02/2023 

Ehrlichiose ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit. Viele Hunde stecken sich im Ausland an, vor allem in südlichen Regionen Europas. Doch durch Reisen, Importhunde und die Ausbreitung bestimmter Zeckenarten wird die Erkrankung auch hierzulande wichtiger. Unbehandelt kann Ehrlichiose schwer verlaufen.

Ehrlichiose wird beim Hund meist durch das Bakterium Ehrlichia canis ausgelöst. Der Erreger befällt bestimmte weiße Blutkörperchen, also Abwehrzellen des Körpers. Dadurch kann das Immunsystem aus dem Gleichgewicht geraten. Häufig kommt es außerdem zu einer verminderten Zahl an Blutplättchen (Thrombozyten). Sie sind wichtig für die Blutgerinnung.

Übertragen wird Ehrlichia canis vor allem durch die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). Sie kommt besonders in warmen Regionen vor, etwa im Mittelmeerraum. Sie kann sich aber auch in beheizten Innenräumen wie Wohnungen, Tierheimen oder Zwingern halten und dort sogar vermehren. Deshalb ist Ehrlichiose besonders bei Hunden relevant, die aus dem Ausland stammen oder mit in den Urlaub reisen.

Wie steckt sich ein Hund an?

Ein Hund infiziert sich durch den Stich einer infizierten Zecke. Die Erreger gelangen beim Blutsaugen in den Körper. Eine direkte Ansteckung von Hund zu Hund ist im Alltag nicht typisch. Trotzdem sollten Hunde mit Ehrlichiose konsequent gegen Zecken geschützt werden, damit keine weiteren Zecken Krankheitserreger aufnehmen oder übertragen.

Nicht jeder infizierte Hund wird sofort schwer krank. Ehrlichiose kann in verschiedenen Phasen verlaufen: akut, unauffällig oder chronisch. Genau das macht die Erkrankung tückisch.

Woran erkennt man Ehrlichiose?

Die ersten Anzeichen treten oft innerhalb von einer Woche bis 3 Wochen nach der Infektion auf. In der akuten Phase können Hunde plötzlich müde und abgeschlagen wirken. Typisch sind:

  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • geschwollene Lymphknoten
  • steifer Gang oder Lahmheit
  • vergrößerte Milz
  • Nasenausfluss oder Augenprobleme

Da Ehrlichiose die Blutgerinnung stören kann, sind Blutungszeichen besonders wichtig. Dazu gehören Nasenbluten, kleine rote Punkte auf Haut oder Schleimhäuten, Blut im Urin oder Kot und ungewöhnlich viele blaue Flecken. Manche Hunde haben blasse Schleimhäute, wirken schwach oder atmen schneller.

Nach der akuten Phase kann die Krankheit scheinbar verschwinden. Einige Hunde bleiben aber infiziert. In einer chronischen Phase können schwere Blutarmut, starke Gewichtsabnahme, wiederkehrendes Fieber, Blutungen, Augenentzündungen oder neurologische Symptome auftreten. Dazu zählen z. B. Koordinationsprobleme oder Krampfanfälle. Spätestens dann ist die Erkrankung ernst.

Wie wird Ehrlichiose diagnostiziert?

Die Symptome allein reichen nicht für eine sichere Diagnose. Sie ähneln anderen Mittelmeer- und Zeckenkrankheiten, etwa Anaplasmose, Babesiose oder Leishmaniose. Deshalb sind Blutuntersuchungen wichtig.

Häufig findet die Tierärztin oder der Tierarzt eine niedrige Zahl an Blutplättchen. Auch Blutarmut, veränderte Eiweißwerte oder Entzündungszeichen können auffallen. Zum Nachweis des Erregers werden meist Antikörpertests und/oder PCR-Tests genutzt. Ein Antikörpertest zeigt, ob das Immunsystem Kontakt mit Ehrlichien hatte. Eine PCR kann Erbgut des Erregers nachweisen, besonders in frühen oder aktiven Infektionen.

Bei Hunden aus südlichen Ländern oder nach Auslandsaufenthalten ist oft ein sogenanntes Reise- oder Mittelmeerkrankheiten-Profil sinnvoll. Denn mehrere Infektionen können gleichzeitig vorkommen.

Behandlung: Was hilft bei Ehrlichiose?

Die Standardbehandlung erfolgt in der Regel mit dem Antibiotikum Doxycyclin über mehrere Wochen. Wichtig ist, das Medikament genau nach tierärztlicher Anweisung zu geben und die Therapie nicht zu früh abzubrechen. Je nach Zustand des Hundes können zusätzliche Maßnahmen nötig sein: Infusionen, Medikamente gegen Übelkeit oder Schmerzen, Behandlung von Blutungen oder in schweren Fällen eine Bluttransfusion. Bei chronischen Verläufen ist die Therapie manchmal schwieriger, weil Knochenmark und Blutbildung bereits stark beeinträchtigt sein können.

Wird Ehrlichiose früh erkannt und konsequent behandelt, ist die Prognose oft gut. Bei schwerer chronischer Erkrankung ist sie vorsichtiger.

Kann man Ehrlichiose vorbeugen?

Der beste Schutz ist konsequente Zeckenprophylaxe. Das gilt besonders vor Reisen in südliche Länder und für Hunde aus dem Auslandstierschutz. Je nach Hund eignen sich Spot-ons, Halsbänder oder Tabletten. Welche Präparate sinnvoll sind, sollte die Tierarztpraxis empfehlen.

Zusätzlich ist es sinnvoll, den Hund nach Spaziergängen abzusuchen und Zecken schnell zu entfernen. Vor Reisen in Risikogebiete lohnt sich eine Beratung. Bei importierten Hunden oder Tieren mit unklarer Vorgeschichte kann ein Bluttest sinnvoll sein – auch wenn sie gesund wirken.