
Besonders mit Welpen im Haus sollte man darauf achten, dass Elektrokabel nicht zugänglich sind. Foto: hanti83/istockphoto.com
Ein Stromschlag beim Hund kann durch angeknabberte Kabel, defekte Geräte, Weidezäune, offene Steckdosen oder – sehr selten – durch Blitzschlag entstehen. Ein Stromunfall ist immer ernst zu nehmen: Auch wenn dein Hund zunächst stabil wirkt, können Verbrennungen, Atemprobleme oder Herzrhythmusstörungen auftreten.
Ein Stromschlag muss nicht sofort tödlich sein, kann aber akut lebensbedrohlich werden. Möglich sind Verbrennungen an Maul, Zunge, Haut oder Pfoten, Herzrhythmusstörungen, Schock, Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle und Atemprobleme. Besonders nach einem Stromunfall im Maul, etwa beim Durchbeißen eines Kabels, kann sich Flüssigkeit in der Lunge bilden; Husten, Atemnot oder schaumiger Ausfluss aus Nase oder Maul sind Warnzeichen. Bei schweren Stromverletzungen können außerdem Muskelschäden, Nierenschäden und Störungen der Blutsalze, z. B. des Kaliumwertes, auftreten.
Mögliche Gefahren nach einem Stromschlag
- sofort oder kurz danach
Verbrennungen, besonders im Maulbereich
Schmerz, Schock, Schwäche oder Bewusstlosigkeit
Herzrhythmusstörungen
Atemnot oder Atemstillstand
Krampfanfälle oder neurologische Ausfälle
- stunden bis Tage danach
Husten oder Atemnot durch Lungenprobleme
Verschlechterung von Verbrennungen und Gewebeschäden
Muskelschäden mit möglicher Nierenbelastung
Elektrolytstörungen, vor allem bei schweren Verletzungen
Infektionen an Brandwunden
Stromschlag beim Hund: Was tun?
Eigensicherung hat oberste Priorität. Berühre deinen Hund nicht, solange er noch Kontakt zu einer Stromquelle haben könnte. Schalte zuerst den Strom ab – z. B. über Sicherung, Stecker oder Hauptschalter. Ist das nicht sofort möglich, halte Abstand und rufe Hilfe. Erst wenn sicher kein Strom mehr fließt, darfst du deinen Hund aus dem Gefahrenbereich bringen. Bei Hochspannungsleitungen oder Blitzschlag gilt: Abstand halten und sofort den Notruf beziehungsweise die zuständigen Rettungskräfte verständigen.
Ist dein Hund ansprechbar, halte ihn ruhig und vermeide möglichst Aufregung. Sichtbare Verbrennungen kannst du, wenn es gefahrlos geht, vorsichtig mit kühlem, sauberem Wasser kühlen. Nutze weder Eis noch Salben oder Hausmittel. Achte auf Warnzeichen wie Zittern, Krämpfe, Schwäche, blasse oder bläuliche Schleimhäute, Husten, Atemnot oder Bewusstlosigkeit. Atmet dein Hund nicht oder hat keinen fühlbaren Herzschlag, handelt es sich um einen absoluten Notfall. Wenn du in Wiederbelebung beim Hund geschult bist, beginne mit der Reanimation und lass parallel sofort tierärztliche Hilfe organisieren.
Nach einem Stromschlag sollte dein Hund immer tierärztlich untersucht werden, auch wenn er zunächst wieder normal wirkt. Die Tierärztin oder der Tierarzt kann Herz und Kreislauf kontrollieren, Brandverletzungen beurteilen und bei Bedarf Blutwerte, Sauerstoffversorgung oder Röntgenaufnahmen der Lunge prüfen. Je nach Schwere des Unfalls kann eine stationäre Überwachung sinnvoll oder notwendig sein, besonders bei Atemnot, Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen, Maulverbrennungen oder Verdacht auf innere Schäden.
Stromunfälle vermeiden
Sichere Stromkabel so, dass dein Hund sie nicht erreichen oder ankauen kann. Nutze Kabelkanäle, Steckdosensicherungen und sichere Ladegeräte, besonders bei Welpen und jungen Hunden. Ziehe nicht benötigte Geräte aus der Steckdose und kontrolliere Kabel regelmäßig auf Beschädigungen. Im Garten, Stall oder auf Spaziergängen solltest du Hunde von Weidezäunen, offenen Leitungen und elektrischen Anlagen fernhalten.
