14/01/2023 

Die Ellbogendysplasie, kurz ED, ist ein Sammelbegriff für verschiedene Entwicklungsstörungen des Ellbogengelenks. Besonders häufig betroffen sind mittelgroße bis große Hunderassen. Veranlagung spielt eine wichtige Rolle, aber auch Wachstum, Körpergewicht, Fütterung und Belastung können den Verlauf beeinflussen.

Bei einer ED passen die Strukturen im Ellbogengelenk nicht optimal zusammen oder einzelne Knochen- und Knorpelbereiche entwickeln sich fehlerhaft. Dabei können sich z. B. kleine Knochenanteile im Gelenk lösen, bestimmte Knochenfortsätze nicht richtig mit dem übrigen Knochen verwachsen oder Knorpel-Knochen-Bereiche geschädigt sein.

Für Halterinnen und Halter zeigt sich das meist durch Lahmheit der Vorderbeine, steifen Gang, weniger Spielfreude, Schmerz beim Aufstehen oder eine Entlastung nach Bewegung. Die Beschwerden beginnen oft im Wachstum, können aber auch erst später durch Arthrose auffallen. Typisch sind ein- oder beidseitige Lahmheiten. Bei solchen Anzeichen sollte dein Hund tierärztlich untersucht werden.

Ellbogendysplasie behandeln

Eine ED lässt sich meist nicht „heilen“, aber Schmerzen und Folgeschäden können oft gut kontrolliert werden. Die Therapie hängt von Alter, Schweregrad, Arthrose und genauer Diagnose ab. Möglich sind Gewichtsmanagement, angepasste Bewegung, Tierphysiotherapie, entzündungshemmende Schmerzmittel und gelenkunterstützende Maßnahmen. Bei bestimmten Befunden kann eine Operation sinnvoll sein, z. B. arthroskopisch. Danach sind Schonung, kontrollierter Bewegungsaufbau und Physiotherapie wichtig. Je früher ED erkannt wird, desto besser lässt sich der Verlauf beeinflussen.

Was du vorbeugend tun kannst

Eine genetische Veranlagung lässt sich nicht wegtrainieren. Du kannst aber das Risiko für Beschwerden senken: Welpen, insbesondere großer Rassen, sollten ein passendes Futter in individuell korrekter Menge für kontrolliertes Wachstum bekommen, schlank bleiben und nicht überlastet werden. Dauerndes Treppenrennen, wilde Sprünge und zu lange Belastungen im Wachstum sind ungünstig. In der Zucht sind ED-Untersuchungen und verantwortungsvolle Auswahl der Elterntiere besonders wichtig.