28/06/2020 

Arthrose ist eine chronische, fortschreitende Gelenkerkrankung. Dabei wird der Gelenkknorpel geschädigt, das Gelenk entzündet sich immer wieder und es entstehen Schmerzen. Viele Hunde zeigen zunächst nur leichte Anzeichen: Sie stehen schwerer auf, laufen sich „warm“, vermeiden Sprünge oder wirken nach Ruhephasen steif. Schwellung, Wärme und deutliche Lahmheit treten oft erst später oder in Schüben auf.

Arthrose kann in jedem Gelenk entstehen. Häufig betroffen sind Hüfte, Ellbogen, Knie, Schulter, Sprunggelenk, Vorderfußwurzelgelenk und kleine Wirbelgelenke. Ältere Hunde erkranken häufiger, aber auch junge Hunde können Arthrose entwickeln, etwa infolge von Hüft- oder Ellbogendysplasie, Patellaluxation, Kreuzbandriss, Fehlstellungen, Verletzungen oder Übergewicht.

Diagnose

Die Tierärztin oder der Tierarzt beurteilt Gangbild, Haltung, Beweglichkeit, Schmerzreaktionen und Muskelzustand. Röntgenaufnahmen zeigen typische Veränderungen wie Knochenzubildungen, Gelenkveränderungen oder Folgen früherer Erkrankungen. Je nach Gelenk und Verdacht können CT, MRT oder Arthroskopie sinnvoll sein. Wichtig: Das Ausmaß auf dem Röntgenbild passt nicht immer exakt zur Schmerzstärke des Hundes.

Arthrose entsteht, wenn ein Gelenk dauerhaft überlastet, verletzt oder fehlbelastet wird. Auch Entwicklungsstörungen, alte Knochenbrüche, Instabilitäten, Infektionen oder entzündliche Gelenkerkrankungen können den Knorpel schädigen. Der Körper reagiert mit Entzündung, Schmerzen und Knochenzubildungen am Gelenkrand. Arthrose ist meist nicht rückgängig zu machen, aber ihr Fortschreiten lässt sich oft bremsen.

Schmerzen lindern, Beweglichkeit erhalten

Arthrose wird meist multimodal, also mithilfe mehrerer „Puzzle-Stückchen“ behandelt. Dazu gehören z. B. Gewichtsmanagement, angepasste Bewegung, Physiotherapie und Schmerzmittel. Häufig eingesetzte Medikamente sind nichtsteroidale Entzündungshemmer, kurz NSAIDs. Auch moderne Schmerztherapien wie monoklonale Antikörper gegen Nervenwachstumsfaktor können je nach Hund infrage kommen. Injektionen mit Hyaluronsäure, PRP oder Stammzellpräparaten werden angeboten; die Studienlage ist je nach Verfahren unterschiedlich und sollte individuell besprochen werden. Operationen können sinnvoll sein, wenn eine behandelbare Grundursache vorliegt, etwa freie Gelenkkörper, Kreuzbandriss, Fehlstellung oder schwere Hüftarthrose.

Ergänzende Maßnahmen

Nahrungsergänzungen wie Omega-3-Fettsäuren, Grünlippmuschel, Kollagenpeptide, Glucosamin oder Chondroitin können einzelne Hunde unterstützen, ersetzen aber keine Schmerztherapie. Die Wirkung ist je nach Produkt und Hund unterschiedlich. Physiotherapie, Unterwasserlaufband, Massage und kontrollierter Muskelaufbau sind oft sehr hilfreich. Für Homöopathie oder Aromatherapie gibt es keinen belastbaren Nachweis gegen Arthroseschmerz. Ein Schmerztagebuch ist dagegen sehr sinnvoll: Notiere Lahmheit, Aktivität, Medikamente, Wetter, Belastung und besondere Schmerzzeichen.

Vorbeugung und Alltag

Normalgewicht ist einer der wichtigsten Faktoren: Jedes Kilo zu viel belastet die Gelenke. Welpen, vor allem die großer Rassen, sollten mit Bedacht gefüttert werden, damit sie nicht zu schnell wachsen. Hunde, die an Arthrose leiden, brauchen regelmäßige, angepasste Bewegung statt langer Belastungsspitzen. Mehrere ruhige Spaziergänge sind oft besser als wildes Toben. Aufwärmen und Abkühlen, rutschfeste Böden, Rampen und ein gut gepolsterter Liegeplatz helfen im Alltag. Schwimmen oder Unterwassertraining kann sinnvoll sein, wenn der Hund es mag und keine Gegenanzeigen bestehen.