
Foto: Jeanette Hutfluss/Tierfotoagentur.de
[nextpage title="Jagdhund und Modehund"]
Weimaraner sind zweierlei: Jagdhunde und Modehunde. Das steht im Widerspruch zueinander. Wer sich einen Hund dieser Rasse nur aufgrund seines Aussehens oder als Familienbegleiter kauft, bekommt oft Probleme mit ihm – einem geborenen Jäger mit feiner Nase und viel Energie.
Das Internet wimmelt vor Anfragen von Nichtjägern, die nach einem Weimaraner-Welpen suchen und bereits von mehreren Züchtern abgelehnt wurden. In Deutschland werden die wunderschönen Tiere seit 1890 planmäßig als Jagdhunde gezüchtet – „für alle Arbeiten im Feld, Wald und Wasser leistungsbezogen vor und nach dem Schuss“, wie es im Rassestandard heißt.
Entsprechend zählt der deutsche Weimaraner-Klub auch nur rund 600 Welpen pro Jahr. Mehr will man gar nicht. Dem Klub geht es in erster Linie um die Erhaltung des Weimaraners als Jagdhund, erst in zweiter Linie ist sein Exterieur gefragt.
Problemfall Modehund: Weimaraner
Eine Züchterin antwortete auf die Frage, warum sie keine Welpen an Nichtjäger abgibt:
„Wer sich über die Ansprüche, die ein Weimaraner aus einer reinen Jagdzuchtlinie stellt, nicht im Klaren ist, wird mit dem Arbeitseifer dieser Rasse überfordert sein. Häufig hört man, dass Weimaraner, die als reine Familienhunde gehalten werden, Artgenossen gegenüber ein auffällig aggressives Verhalten zeigen.“
Da helfen weder Hundeschule noch Agility-Training. Ein Weimaraner will Fährten aufnehmen, Wild apportieren und möglichst viele Stunden am Tag draußen sein. Er bringt sogar eine gewisse „Wildschärfe“ mit: Das bedeutet, dass er Enten, Füchse und Hasen notfalls auch tötet.
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Die blauen Augen von Weimaraner-Welpen färben sich später bernsteingelb. Foto: Kerstin Lührs/tierfotoagentur.de
Wesen und Charakter
Der amerikanische Psychologe Stanley Coren attestiert der Rasse eine ausgeprägte Arbeits- und Gehorsamsintelligenz. Weimaraner lernen sehr schnell. Wer Führungsschwächen und mangelndes Wissen mitbringt, wird von ihnen ruck zuck entlarvt und an der Nase herumgeführt.
Obwohl sich der Weimaraner als reiner Begleithund ungeeignet zeigt, ist er dennoch ein Beziehungstyp, der sich ganz besonders stark an seinen Halter bindet. Im Zwinger zu leben wäre für ihn unerträglich.
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Gesundheit und Pflege
Insgesamt ist der Weimaraner ein relativ gesunder Hund mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von zehn bis 14 Jahren.
Einige Erkrankungen, wie eine genetisch bedingte Epilepsie, treten bei ihnen häufiger auf als bei anderen Rassen.
Regelmäßiges Bürsten reicht auch bei Langhaarweimaranern aus.
Zucht- und Vereinsinfo
Hier geht es zur Website des Weimaraner-Klub e. V.
Mehr zum Weimaraner lesen Sie in Ausgabe 01/2017 von DER HUND.
Den ganzen Artikel lesen Sie auch in unserer Online-Ausgabe.
