
Illustration: Jeanne Kloepfer
Beim Kot und Urin deines Hundes genau hinzuschauen, kann aufschlussreich sein: Farbe, Konsistenz, Geruch, Menge und Häufigkeit können Hinweise darauf geben, ob Verdauung, Harnwege und Stoffwechsel im Gleichgewicht sind.
Häufchen gehören für Hundehalterinnen und Hundehalter zum Alltag. Meist fallen sie erst auf, wenn sie anders aussehen als sonst. Dabei können Veränderungen früh zeigen, dass etwas nicht stimmt. Spannend am Rande: Studien deuten darauf hin, dass Hunde sich beim Kotabsatz unter bestimmten Bedingungen am Erdmagnetfeld orientieren können.
Egal, in welche Richtung der Haufen gesetzt wird: Hundekot besteht aus vielen verschiedenen Bestandteilen. Dazu gehören z. B. unverdauliche Futterbestandteile, Wasser, Schleim, abgeschilferte Darmzellen, Stoffwechselprodukte und viele Mikroorganismen aus dem Darm. Deshalb verändert sich Kot auch schnell, wenn Futter, Darmflora, Verdauung oder Gesundheit aus dem Gleichgewicht geraten.
Ausscheidungen als Gesundheitsbarometer
Farbe, Geruch, Form und Konsistenz können wertvolle Hinweise liefern. Normal ist meist ein gut geformter, mittel- bis dunkelbrauner Kot. Einzelne Abweichungen nach Futterwechsel oder ungewohnten Snacks müssen nicht dramatisch sein. Halten Veränderungen an, kommen Durchfall, Blut, Schleim, Schmerzen oder Mattigkeit dazu, sollte dein Hund tierärztlich untersucht werden.
Was die Kotfarben bedeuten
- Schwarz, teerig oder sehr dunkel kann auf verdautes Blut aus Magen oder Dünndarm hinweisen.
- Frisch rot spricht eher für Blut aus dem hinteren Darmbereich oder After.
- Sehr hell, grau oder fettig-glänzend kann zu Problemen mit Fettverdauung, Bauchspeicheldrüse, Leber oder Galle passen.
- Gelblich, orange oder grünlich kann durch Futter, Gras, schnellere Darmpassage oder Galle beeinflusst sein.
- Weiße Reiskorn-ähnliche Bestandteile können Bandwurmglieder sein. Kreideweißer, harter Kot entsteht häufig nach zu viel Knochen und kann zu Verstopfung führen.
Der Geruch entsteht unter anderem durch Abbauprodukte aus der Verdauung, etwa schwefelhaltige Verbindungen. Starker, fauliger oder plötzlich deutlich veränderter Geruch kann bei Futterwechsel, Infektionen, Parasiten oder Verdauungsstörungen vorkommen. Giardien können übel riechenden, oft schleimigen Durchfall verursachen; sicher erkennen lassen sich die Einzeller aber nur über eine Kotuntersuchung.
Urin: Hinweise auf Harnwege und Stoffwechsel
Der Urin verrät viel über Flüssigkeitshaushalt, Nieren, Blase und Stoffwechsel. Normaler Hundeurin ist meist hell- bis dunkelgelb; Menge, Farbe und Geruch schwanken je nach Trinkmenge, Futter und Aktivität. Auffällig sind sehr dunkler, roter, brauner, trüber oder stark riechender Urin, häufiges Pressen, Schmerzen, Unsauberkeit, sehr viel Trinken oder deutlich weniger Urin. Das sollte tierärztlich abgeklärt werden. Eine Urinuntersuchung ist besonders bei älteren Hunden, Harnwegsproblemen oder vermehrtem Durst sinnvoll.
