22/05/2017 

Ein Zeckenstich kann für Hunde gefährlich werden: Babesien zerstören rote Blutkörperchen und können Fieber, Blutarmut und dunklen Urin auslösen. Früh erkannt ist Babesiose behandelbar; unbehandelt kann sie lebensbedrohlich werden.

Babesiose kann akut und schwer verlaufen. Typisch sind hohes Fieber, Mattigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit, blasse oder gelbliche Schleimhäute und dunkler, rotbrauner Urin. Der Urin verfärbt sich, weil rote Blutkörperchen zerstört werden. Auch Erbrechen, Durchfall, vergrößerte Lymphknoten, eine vergrößerte Milz oder Blutungszeichen können auftreten. Schwere Verläufe können zu Blutarmut, Kreislaufproblemen, Nieren- oder Leberschäden führen. Manche Hunde zeigen nur milde oder unspezifische Beschwerden.

Babesiose diagnostizieren

Zur Diagnose gehören Blutuntersuchung, Blutbild und Erregernachweis. Häufig fallen Blutarmut und eine niedrige Zahl an Blutplättchen (Thrombozyten) auf. Sie sind wichtig für die Blutgerinnung. In akuten Fällen sind Babesien manchmal im Blutausstrich unter dem Mikroskop zu sehen. Eine PCR kann Erbgut des Erregers nachweisen und ist besonders hilfreich. Antikörpertests zeigen, ob der Hund Kontakt hatte, können aber zu Beginn noch negativ sein.

Die Ursache der Infektion

Hinter Babesiose stecken einzellige Blutparasiten. Beim Hund sind in Europa vor allem Babesia canis und in südlicheren Regionen auch Babesia vogeli relevant. Die Erreger gelangen durch Zecken in den Hundekörper. In Deutschland spielt besonders die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus, auch Wiesenzecke genannt) eine Rolle.

Ansteckung

Eine Ansteckung ist auch in Deutschland möglich. Das Risiko hängt von Region, Zeckenart und Jahreszeit ab. Hunde aus südlichen Ländern oder Reisehunde können infiziert sein, auch wenn sie zunächst gesund wirken. Eine direkte Ansteckung von Hund zu Hund ist im Alltag nicht typisch; möglich ist sie vor allem über Zecken oder sehr selten über Blut, etwa bei Transfusionen. Die für Hunde wichtigen Babesien gelten nicht als typische Gefahr für Menschen.

Behandlung

Babesiose erfordert tierärztliche Behandlung. Je nach Erreger und Schwere kommen spezielle Medikamente gegen Babesien zum Einsatz. Zusätzlich können Infusionen, Medikamente gegen Übelkeit, Schmerztherapie oder bei schwerer Blutarmut eine Bluttransfusion nötig sein. Je früher die Behandlung erfolgt, desto besser sind die Chancen. Heilpflanzen oder Nahrungsergänzungen ersetzen diese Therapie nicht.

Vorbeugung

Der wichtigste Schutz ist konsequente Zeckenprophylaxe, z. B. mit Spot-ons, Halsbändern oder Tabletten sowie gründlichem Absuchen nach Spaziergängen. Zecken solltest du immer möglichst früh entfernen. Die Auwaldzecke kommt inzwischen in vielen Regionen Deutschlands vor. Vor Reisen in Risikogebiete solltest du dich tierärztlich beraten lassen. Impfstoffe sind je nach Land unterschiedlich verfügbar und ersetzen keinen Zeckenschutz.