17/05/2017 

Milben können starken Juckreiz und Hautprobleme auslösen – müssen es aber nicht. Welche Beschwerden auftreten, hängt von der Milbenart, der Zahl der Parasiten und der Reaktion des Immunsystems ab deines Hundes ab.

Typisch sind gerötete Haut, Schuppen, Krusten, kleine Pusteln, Haarausfall und häufiges Kratzen. Auch eine bakterielle Hautinfektion kann sich auf bereits geschädigter Haut entwickeln. Milben bevorzugen je nach Art unterschiedliche Körperstellen: Ohrmilben finden sich vor allem im Gehörgang, Räudemilben häufig an Ohrrändern, Ellbogen und Bauch. Haarbalgmilben leben in Haarfollikeln und können örtlich begrenzten oder großflächigen Haarausfall verursachen. Herbstgrasmilben jucken oft zwischen den Zehen, an den Ohren oder am Bauch.

Diagnose: Milbenbefall

Ob Milben die Ursache von Juckreiz sind, lässt sich nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Untersucht werden können z. B. Hautschuppen, ausgekämmtes Fell, Klebestreifenproben oder Hautgeschabsel. Bei Ohrproblemen kontrolliert der Tierarzt oder die Tierärztin auch den Gehörgang. Besonders Räudemilben sind mitunter schwer nachzuweisen. Ein unauffälliger Test schließt einen Befall daher nicht immer sicher aus.

Haarbalgmilben, auch Demodexmilben genannt, können in kleiner Zahl zur normalen Hautbesiedlung gehören. Viele Welpen übernehmen sie kurz nach der Geburt von ihrer Mutter. Erst wenn sich die Milben stark vermehren, kann eine Demodikose entstehen. Das betrifft vor allem junge Hunde; bei erwachsenen Hunden sollte auch nach begünstigenden Erkrankungen oder einer geschwächten Abwehr gesucht werden.

Ansteckung und Schutz anderer Tiere

Räudemilben und Raubmilben sind ansteckend. Sie können bei Menschen vorübergehend juckende Hautreaktionen verursachen, vermehren sich auf ihnen jedoch meist nicht dauerhaft. Hast du nach Kontakt mit einem betroffenen Hund Hautbeschwerden, lass diese medizinisch abklären.

Bei leicht übertragbaren Milben sollten alle im Haushalt lebenden Hunde und Katzen in die Behandlung und Hygienemaßnahmen mit einbezogen werden. Wichtig: Nicht jedes Mittel eignet sich für jede Tierart. Manche Wirkstoffe, die Hunde vertragen, können für Katzen gefährlich sein.

Zur Behandlung stehen je nach Milbenart Mittel zum Auftragen, Eingeben oder als Wasch- bzw. Spüllösung zur Verfügung. Eine konsequente Anwendung ist entscheidend, denn Symptome können noch eine Weile anhalten, obwohl die Milben bereits abgetötet sind.

Hygiene bei Milbenbefall

Bei ansteckenden Arten hilft es, Liegeplätze, Decken und Bezüge regelmäßig heiß zu waschen – wenn das Material es zulässt, möglichst bei 60 °C. Sauge Teppiche, Polster und Ritzen gründlich und wiederholt ab. Bei Herbstgrasmilben lässt sich ein Befall nicht vollständig verhindern: Meide im Spätsommer und Herbst möglichst Flächen mit hohem Gras, wenn dein Hund dort wiederholt Beschwerden bekommt.

Hausstaubmilben: Auslöser einer Allergie

Hausstaubmilben befallen Hunde nicht. Manche Hunde reagieren jedoch allergisch auf Bestandteile der Milben oder ihre Hinterlassenschaften wie den Kot. Bei entsprechend veranlagten Hunden droht eine atopische Dermatitis mit Juckreiz.

Vollständig aus der Wohnung entfernen lassen sich Hausstaubmilben nicht. Regelmäßiges Waschen von Hundedecken, Staubsaugen und möglichst wenig Staubfänger können die Allergenmenge aber reduzieren. Welche Maßnahmen tatsächlich helfen, ist individuell unterschiedlich.