Willkommen Welpe: 5 wichtige Tipps für einen guten Start

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Wer sich für einen Hund entscheidet, übernimmt durchschnittlich zwischen zehn und fünfzehn Jahre die Verantwortung für ein Lebewesen. Die Entscheidung für einen Hund sollte also gut überlegt und keineswegs spontan sein. Unsere fünf Tipps helfen, zu einer guten Entscheidung und zu einem harmonischen Start für Tier und Mensch zu gelangen.

Tipp 1: Bewusste Entscheidung für Rasse oder Mischling

Die Bonner Forscherin Silke Wechsung untersucht die wechselseitige Beziehung zwischen Menschen und Hunden. Für diese ist es wichtig, dass der Mensch die Bedürfnisse seines Hundes kennt. Hunde haben je nach Rasse und individuellem Wesen unterschiedliche Bedürfnisse, mit denen sich der verantwortungsvolle Besitzer vorab beschäftigen sollte.

  • Wie aktiv ist die Hunderasse?
  • Wie sensibel oder robust ist die Hunderasse?
  • Wie sehr ist der Jagdtrieb ausgeprägt?

Der Australian Shepherd ist zum Beispiel aktuell eine beliebte Hunderasse. Oftmals wird jedoch der Zeitaufwand dieser intelligenten Arbeitshunde unterschätzt. Mit einfachen Spaziergängen sind sie nicht zufrieden. Auch der Kopf dieser Hunde will beispielsweise durch Agility oder Dog Dancing gefordert sein. Ein unterforderter Hund zeigt unerwünschtes Verhalten, indem er sich selber Beschäftigung sucht oder aggressiv wird. Natürlich finden sich bei jeder Rasse und bei jedem Mischling unterschiedliche Ausprägungen einzelner Rassemerkmale. Ein verantwortungsvoller Züchter berät und kann die Hunde aus seinem Wurf einschätzen.

Tipp 2: Ernährung

Einen kuscheligen Schlafplatz braucht jeder Welpe.

Der Markt für Hundenahrung ist schier riesig. Gerade bei Welpen ist jedoch die Ernährung von Anfang an wichtig, da Hunde im ersten Jahr sehr schnell wachsen und hierfür ausreichend Nährstoffe benötigen. Viele Züchter geben für die ersten Tage etwas von ihrem Hundefutter mit. Denn Welpen reagieren auf Umstellungen häufig mit Durchfall. Dieser Durchfall ist keineswegs mit dem chronischen Durchfall bei erwachsenen Hunden zu verwechseln, sondern ein Zeichen für den überforderten Magen des Hundebabys. Wer das Futter umstellen möchte, sollte eine solche Veränderung langsam angehen. Für die Auswahl eines Futters bietet Welpenfutter Testergebnisse eine Übersicht über hochwertige Produkte speziell für Welpen. Das alte und das neue Futter wird zu Beginn gemischt und das Mischverhältnis dabei langsam zugunsten des neuen Futters verändert. Futterumstellungen sollten nicht leichtfertig oder häufig geschehen.

Tipp 3: Platzwahl

Bevor der Welpe einzieht, sollteim Haus oder in der Wohnung einen festen Platz für ihn finden. Ein Welpe braucht:

  • einen Schlafplatz
  • optional einen Rückzugsort in den Familienräumen
  • einen Platz für seinen Trink- und Fressnapf

Diese Sachen sollten vorab bereits im Haus und am Einzugstag an ihrem Platz liegen oder stehen. Der Schlafplatz sollte dem Welpen Ruhe und Sicherheit geben. Die ersten Nächte laufen ruhiger, wenn einer der Bezugspersonen in der unmittelbaren Nähe des Welpen schläft.

Einige Hunde mögen Schlafhöhlen. Bei größeren Hunden lässt sich beispielsweise ein Zelt oder Tipi über dem Hundebett aufbauen, damit der Welpe sich zurückziehen kann. Insbesondere Kinder sollten von Beginn an lernen, diesen Rückzugsort des Hundes zu akzeptieren. Welpen schlafen bis zu 20 bis 22 Stunden am Tag. Dementsprechend brauchen sie diese Rückzugsorte, damit sie sich gut entwickeln können. Einige Experten raten zu einer Hundebox als Rückzugsort für die ersten Wochen des Hundebabys. Diese Box kann nächtliche Unfälle verhindern, da der Welpe sich melden wird, sobald er sich lösen muss. Zudem gewöhnt sich der Welpe an seine Transportbox und spätere Autofahrten zum Tierarzt oder in den Urlaub laufen entspannter. Wichtig ist: nicht zu viel Auswahl zu Beginn. Für den Welpen ist alles neu und er sollte sich gerade ein neues Haus langsam über mehrere Wochen erschließen. Abgegrenzte Bereiche geben ihm zu Beginn Sicherheit und verhindern großen Putzaufwand durch Hinterlassenschaften in der gesamten Wohnung.

Trink- und Fressnapf

Der Trink- und Fressnapf sollten frei zugänglich sein. Der Ort sollte ruhig sein – Nischen sind besonders geeignet. Der Hund fühlt sich sicher und kann entspannt fressen. Ein Ort mittendrin kann den Hund dazu verleiten, das Fressen zu schlingen. Während der Fressnapf nach jeder Mahlzeit direkt geleert wird, bleibt der Trinknapf stets gefüllt. Das Trinken wird jeden Morgen gewechselt. Die meisten Näpfe lassen sich mittlerweile in der Spülmaschine reinigen. Das sollte beim Futternapf täglich und beim Trinknapf je nach eigenem Empfinden, aber mindestens alle drei Tage erfolgen.

Tipp 4: Regeln festlegen

Alle Regeln sollten insbesondere bei einem Familienhund vorab klar sein. Beispiele für wichtige Fragen sind:

Auch wenn der Welpe niedlich aussieht - Regeln gelten von Beginn an. Sie geben dem Hund Orientierung und Sicherheit.
  • Ist es ok, wenn der Hund auf die Couch geht?
  • Darf der Hund langfristig ins Schlafzimmer?
  • Gibt es Zimmer, die tabu sind?
  • Soll der Hund Besuch im Flur begrüßen oder lernen im Wohnraum zu warten?
  • Darf er anspringen?
  • Soll er sich vor dem Füttern hinsetzen und erst bei einem Signalwort mit dem Fressen beginnen?
  • Wer übernimmt welchen Spaziergang?
  • Welcher Rhythmus soll langfristig bei den Spaziergängen gelten?

Wer den Hund von Anfang an konsequent erzieht, kann sich auf ein harmonisches Miteinander freuen. Hierfür sind die ersten Wochen und Monate entscheidend. Hunde brauchen sichere Führung. Ein Herrchen, das situativ entscheidet, verwirrt den Hund. Je nach Hunderasse reagieren Hunde auf inkonsequente Erziehung unterschiedlich. Intelligente und dominante Hunde übernehmen die Führung. Ängstliche Hunde können mit aggressivem Verhalten oder Rückzug reagieren. Bei einem Familienhund sind übrigens die Erwachsenen entscheidend. Gibt es hier einen ausgemachten Rudelchef, orientiert sich der Hund an diesem. Jüngere Kinder sind für den Hund Spielpartner. Das hat den Vorteil, dass inkonsequentes Verhalten der Kinder die Erziehung nicht belastet. Allerdings bedeutet das auch, dass Kinder nicht ohne Erwachsenen mit dem Welpen zusammen sein sollten.

Tipp 5: Tierarzt

Bevor der Welpe einzieht, sollte der erste Termin mit dem Tierarzt stehen. Bei den meisten Hundebabys lässt sich der erste Tierarztbesuch gut mit der ersten Wurmkur vor der nächsten Impfung verbinden. Das ist nicht zu aufregend für den Hund und ermöglicht es, den Tierarzt in einer entspannten Situation kennenzulernen.

Bilder:

Abbildung 1: pixabay.com © Hetty van der Zanden (CCO Creative Commons)
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Abbildung 3: pixabay.com © Chiemsee2016 (CCO Creative Commons)

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