Magenschleimhautentzündung durch Schneefressen

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Das Fressen von Schnee kann bei Hunden eine Entzündung der Magenschleimhaut hervorrufen, eine sogenannte Gastritis. Wie Sie diese bei Ihrem Vierbeiner erkennen können und was in einem solchen Fall zu tun ist, erklärt Tierarzt Dr. Oliver Dietrich.

Viele Hunde lieben Schnee. Problematisch wird es zuweilen jedoch, wenn Hunde den Schnee zum Fressen gern haben! Diese unangenehme Erfahrung musste auch die neun Monate alte Mira machen. Nach einem ausgedehnten Morgenspaziergang im frisch gefallenen Schnee war die Mischlingshündin am Abend zunehmend unruhig. Erst ließ sie ihr Futter links liegen, dann musste sie sich übergeben. Als ich Mira am nächsten Morgen besuchte, war sie noch immer ungewöhnlich ruhig und hatte auch ihr Futter nicht angerührt. Die Besitzer erzählten von dem fröhlichen Spaziergang. Dass sie möglicherweise eine ganze Menge Schnee verschluckt hatte, war ihnen gar nicht aufgefallen.

Aufgrund des Vorberichts war die Diagnose bei Mira naheliegend: Schnee-Gastritis. Der abgeschluckte Schnee hatte ihre Magenschleimhaut stark gereizt und zu einer akuten Entzündung geführt. Die typischen Symptome einer Magenschleimhautentzündung sind Erbrechen, Bauchschmerzen, lautes Gurgeln im Bauch, Würgen, Husten, Durchfall (in schweren Fällen schwarz gefärbt durch beigemengtes Blut), eventuell auch Fieber. Oft genügt schon alleine der Kältereiz, um die Gastritis auszulösen. Besonders unangenehm kann es jedoch werden, wenn der Schnee auch noch durch Straßenschmutz, Salz oder Streugut verunreinigt ist. Aus der Gastritis kann dann schnell eine Gastro-Enteritis, also eine weitergehende Entzündung mit Beteiligung des Darms werden.

Um die akute Gastritis in den Griff zu bekommen, verordnete ich der jungen Hundedame zunächst einmal einen Tag Nulldiät. Lediglich zimmerwarmes Wasser stand ihr zur freien Verfügung. Zudem bekam Mira ein Medikament gegen Erbrechen und verschiedene Präparate zum Schutz der Magenschleimhaut. Wichtig ist, dass nach der Nahrungskarenz nur langsam wieder angefüttert wird. Am besten geeignet ist eine fettarme Schonkost ohne tierisches Eiweiß. Natürlich sollte bei jeder Erkrankung immer auch die zugrunde liegende Ursache abgestellt werden. In diesem Fall hieß das: Keine Schneemahlzeiten mehr für Mira!

Die Mischlingshündin hat ihren Schneehunger gut überstanden. Nach einer Woche war die Schnee-Gastritis überstanden und sie konnte wieder im Schnee herumtoben. Auf Schneefressen hat sie erfreulicherweise seither aber keine Lust mehr.

Auf einen Blick

Allgemein

  • Gastritis = Entzündung der Magenschleimhaut
  • Schnee-Gastritis = Entzündung wird durch Kältereiz ausgelöst

Symptome

  • Erbrechen
  • Gurgeln im Bauch
  • Bauchschmerzen > aufgekrümmter Rücken, angespannte Bauchdecke
  • Durchfall (eventuell schwarz durch Blut)
  • Würgen, Husten, Fieber

Therapie und Prognose

  • 24 Stunden Nahrungskarenz
  • Medikamente gegen Übelkeit, Erbrechen, zum Schutz der Magenschleimhaut
  • Mehrtägige Diät
  • Nicht-tierisches Eiweiß füttern
  • Fettarm oder fettfrei füttern
  • Bei entsprechender Pflege heilt die Gastritis in der Regel problemlos aus
Lena Schwarz

... ist auf dem Land aufgewachsen. In Augsburg studierte sie Anglistik, Amerikanistik und Deutsch als Fremdsprache. Bei DER HUND kann sie ihre Hundeliebe, Naturverbundenheit und Freude am Schreiben sowie Fotografieren vereinen.

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