Koalaretter auf dem zweiten Bildungsweg

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Erstmals seit Juli 2019 ist die Region New South Wales brandfrei. Insgesamt haben  die Busch- und Waldbrände in Australien  bierher mehr als 8.4 Millionen Hektar Lebensraum zerstört – eine Fläche größer als Österreich. Besonders die Koala-Populationen trafen die Feuer hart: Die Beuteltiere sind zu langsam, um zu fliehen.  Viele wurden in den Baumwipfeln, in die sie sich bei Gefahr zurückziehen, vom Feuer eingeschlossen. Doch Koalaretter auf vier Pfoten konnten einigen helfen.

Hund und Halterin im Auto vor Koalarettungs-Einsatz
Koalaretter: Mensch-Hund-Team in Australien im Einsatz NBildrechte: IAFW/F.Clarke

Als Bear etwa ein Jahr alt war, kontaktierte seine überforderte Familie das Team von „Detection Dogs for Conservation“ (Spürhunde für den Naturschutz). In diesem Projekt der University of the Sunshine Coast (USC) werden Spürhunde ausgebildet. Mit ihnen sammeln die Forscher Daten über Wildtiere, um sie besser zu verstehen und so Australiens Artenvielfalt gezielter beschützen zu können. Das Team in Queensland hatte schon nach einem Hund gesucht, dem sie beibringen konnten, Koalas anhand ihres Fells aufzuspüren.

Dass Bear der Richtige für den Job war, stand schnell fest: Sein Arbeitswille, seine unbändige Energie, ein so gut wie kaum vorhandener Jagdtrieb und die Fähigkeit, sich extrem gut auf eine Sache konzentrieren zu können, sind für die Aufgabe unerlässlich. Bisher hat das Team fünf Hunde ausgebildet, darunter auch Maya und Baxter, die Koalakot aufspüren.

Elite-Schnüffler im Rettungs-Einsatz

Vor den Bränden half der mittlerweile sechsjährige Mischling mit seiner Hundeführerin Riana Gardiner also den Forschern dabei, Daten und Informationen über die flauschigen Nationalsymbole zu erheben. 2019 haben die beiden zum ersten Mal für
den IFAW in Gebieten gearbeitet, die von den Bränden betroffen waren – natürlich erst, wenn die Gefahr vorbei war. Bear trägt bei den Einsätzen zudem Schuhe, die seine Pfoten schützen.

Für den schnüffelfreudigen Rüden gibt es nichts Besseres, als arbeiten zu dürfen – außer die Belohnung mit seinem geliebten Ball. Ist um ihn herum viel los und wittert er die Gelegenheit, schnell an das Spielzeug zu kommen, nimmt er schon mal den kürzesten Weg zum Ziel und macht eine falsche Anzeige.

Bears Arbeit ist sehr wichtig und hilfreich, er hat dafür besonders in diesem Jahr viel Aufmerksamkeit bekommen. Wie genau die Arbeit aussieht und wie Bears Ausbildung verlief, lest ihr in der neuen Ausgabe, die seit 4.3.2020 im Handel ist.

 

Susanne Steiger

... lebt bevorzugt mit Wind(schnittigen)hunden zusammen, aktuell ist #Redakthund Paula Solobegleiterin und genießt das Leben mit ungeteilter Halterinnenfreude.