Ist eine Hundehaftpflichtversicherung Pflicht?

0

Hunde sind wahrlich die besten Freunde des Menschen. Mit ihrem meist sonnigen Gemüt versüßen sie uns den Alltag und sind in jeder Lebenslage an unserer Seite. Die Vierbeiner können jedoch auch sehr stürmisch und unvorsichtig sein und dann fremdes Eigentum beschädigen. Daher lohnt es sich, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen.

Doch ist diese Versicherung nicht sowieso Pflicht? Hier liest du die nötigen Informationen rund um das Thema Hundehaftpflichtversicherung.

In den Bundesländern gelten unterschiedliche Regeln

Wie in so vielen Bereichen konnten sich die Bundesländer auf keine einheitliche Regelung einigen. Je nachdem in welcher Region man wohnt, können die Bestimmungen variieren. Während in einigen Ländern die Pflicht besteht, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen, betrifft diese Vorschrift in anderen Bundesländern nur die Halter:innen bestimmter Hunderassen.

Wo ist eine Hundehaftpflichtversicherung Pflicht?

In Deutschland haben sich sechs Bundesländer dazu entschlossen, Hundehalter zum Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung zu verpflichten. Im Jahr 2021 gehören dazu:

  • Berlin
  • Hamburg
  • Niedersachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Auch wenn manche Hundehalter mit diesen Vorschriften nicht einverstanden sind, hat der vorgeschriebene Versicherungsschutz seinen Sinn. Mit der passenden Hundehaftpflichtversicherung ist es möglich, Personen-, Sach- und Vermögensschäden zu decken, die durch den Hund entstanden sind. Darüber hinaus kann es auch vorkommen, dass es zu ungewollten Trächtigkeiten anderer Hunde kommt. Diese ungewollten Deckakte sowie ein besonderer Schutz bei Auslandsaufenthalten sind empfehlenswert. Denn die Kosten können sich im schlimmsten Fall auf mehrere Millionen Euro belaufen. Aus diesem Grund ist es nachvollziehbar, warum sich ein Teil der Bundesländer dazu entschlossen hat, den Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung gesetzlich zu verordnen.

Im Zusammenhang mit diesen Bestimmungen können auch das Tragen eines Maulkorbes und einer Leine in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften stehen. Dies soll Unfällen und unkontrollierten Ausbrüchen der Tiere vorbeugen, um die Unversehrtheit und das Wohlergehen aller Menschen sicherzustellen. Wer sich solchen Anordnungen widersetzt, muss mit Strafen in Höhe von 10.000 Euro rechnen.

Bundesländer mit eingeschränkter Versicherungspflicht

Andere Länder haben weniger strenge Regeln und dort gilt eine eingeschränkte Versicherungspflicht. Das heißt, dass nur Halter:innen bestimmter Rassen oder von Hunden mit Auffälligkeiten den Versicherungsschutz in Anspruch nehmen müssen. Länder, die sich nach diesen Vorgaben richten, sind:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hessen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen

Die Länder sind sich einig, dass „Kampfhunde“ (nur Baden-Württemberg und Bayern nutzen diesen Begriff in ihren Hundeverordnungen offiziell) einen Versicherungsnachweis besitzen müssen. In der Regel gehören Pit Bull Terrier, Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Tosa Inu dazu. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen erweitert die Pflicht außerdem auf Hunde, die eine Widerristhöhe von 40 cm oder ein Gewicht von 20 kg überschreiten. Einige Länder machen darüber hinaus auch Vorgaben über die Höhe der Versicherungssumme. Das Saarland fordert beispielsweise für Personenschäden mindestens 1 Million Euro, wohingegen 500.000 Euro für Sachschäden ausreichen.

Mecklenburg-Vorpommern – ohne Pflicht

Ein Bundesland, das einen völlig anderen Weg eingeschlagen hat, ist Mecklenburg-Vorpommern. Hundehalter sind keinen Gesetzen in Bezug auf die Hundehaftpflichtversicherung unterworfen. Sie können völlig eigenständig entscheiden, ob sich der Abschluss eines solchen Schutzes rentiert oder nicht.

Ist eine Haftpflichtversicherung für den Hund sinnvoll?

Auch wenn die Bundesländer keine einheitlichen Bestimmungen für die Hundehaftpflichtversicherung getroffen haben, empfiehlt es sich dennoch, den Versicherungsschutz in Anspruch zu nehmen. So gut Hunde auch erzogen sind und so sonnig ihr Gemüt auch sein mag, sie bleiben Tiere. Sie sind weniger von Vernunft als von ihren Instinkten geleitet und können bestimmte Bedürfnisse und Reaktionen nicht unterdrücken.

Verletzt ein Hund ein anderes Tier oder einen Menschen oder zerbricht er eine Glasscheibe, können schnell Schäden in ungeahnten Höhen entstehen. Die Behandlungskosten und Entschädigungskosten können Privatpersonen nur schwer stemmen – sie hinterlassen eine tiefe Spur im Portemonnaie. Um sich vor dem finanziellen Ruin zu schützen, empfiehlt es sich, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Für nur wenige Euro im Monat werden bereits große Versicherungssummen zur Verfügung gestellt, die im Notfall aus der Klemme helfen.

Avatar