Die Nacht des Schreckens: Silvester

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Alle Jahre wieder: Böller und Raketen

Die Nacht des Schreckens - Silvester
Für viele Hunde ist Silvester der schlimmste Tag des Jahres. Foto: James Thew / fotolia.com

Alle Jahre wieder: Böller und Raketen. Für viele Hunde ist Silvester der schlimmste Tag des Jahres. Doch das muss nicht sein. Wir zeigen Ihnen, wie Sie und Ihr ängstlicher Freund gemeinsam ins neue Jahr feiern können.

Rauschende Feuerfeste zum Jahresende gab es schon im alten Germanien. Seit eh und je dreht sich alles um die Abwehr von bösen Kreaturen. Im Kreise von Familie und Freunden ist man stark und geschützt vor Dämonen. Um den Quälgeistern keine Chance zu geben, macht man am besten eine Menge Lärm. Doch meist versetzt dieses Ritual nicht nur Gespenster, sondern leider auch unsere geliebten Vierbeiner in Angst und Schrecken.

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Planung ist das A und O an Silvester. Mit unserem Leitfaden kommen Sie und Ihr Hund gut durch Tag und Nacht…

Grundwissen Angst
Angst ist ein Warnsignal, das auftritt, wenn man sich körperlich bedroht fühlt. Dieses Urgefühl ist angeboren und evolutionär sinnvoll, denn die Angst sichert in bedrohlichen Situationen das Überleben. Die Steigerung von Angst ist Panik. Sie äußert sich in gesteigerten Angstsymptomen und geht so weit, dass bewusstes Handeln kaum mehr möglich ist.
Eine Phobie wiederum ist eine krankhafte, übersteigerte Reaktion gegenüber Personen, Gegenständen und Situationen. Der Hund reagiert panisch, doch die Reaktionen halten meist auch dann noch an, wenn der Auslöser längst verschwunden ist. Meist werden die Reaktionen von Jahr zu Jahr schlimmer, doch sie sind erlernt. Das bedeutet: Durch schrittweise Gewöhnung kann „falsch“ Gelerntes gelöscht und die Phobie behandelt werden.
Angst ist sinnvoll, doch woher kommen Überreaktionen? Wenn Ihr Hund an Silvester nicht mehr zu kontrollieren ist, hat das höchstwahrscheinlich mindestens einen der folgenden Gründe:

Gene: Nicht jeder Hund eines Wurfs ist davon betroffen, jedoch sind einige Rassen häufiger von Geräuschempfindlichkeit betroffen als andere. Eine Geräuschphobie bildet sich bei betroffenen Hunden meist zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr aus.
Kinderstube:
Hunde, die im Welpenalter nicht ausreichend mit Geräuschen beispielsweise von Haushaltsgeräten konfrontiert wurden, sind meist geräuschempfindlich. Aber auch unterlassene Brutpflege kann sich in erhöhtem Angstverhalten bei Jungtieren äußern.
Erlerntes:
Im Laufe der Zeit wird die Angst vor bestimmten Geräuschen meist stärker, was bei Gewitterangst gut zu beobachten ist. Anfangs ist das Donnergrollen der Auslöser. Doch bald schon ruft starker Regen mulmige Gefühle hervor. Es dauert nicht lange und der sich vor einem Gewitter ändernde Luftdruck löst die Angst aus. Der Hund hat dabei Angst davor, Angst zu haben.
Menschliches Versagen:
Es ist nur allzu verständlich, seinem besten Freund in schweren Stunden Trost und Nähe zu schenken. Doch dem Hund ist damit nicht geholfen. Im Gegenteil: Da sich Tonfall und Streicheln beim Loben und Beruhigen sehr ähneln, bestätigt die Zuwendung das Angstverhalten. Sie streicheln und Ihr Hund denkt: „Super, ich verhalte mich genau richtig.“

Miriam Wirths

... arbeitet im Online-Team der DER HUND Website und an der » Facebook-Fanpage. Ihr absoluter Lieblingshund aus unserem Rasselexikon ist der » Kooikerhondje - werft doch gleich mal einen Blick auf den "alten Holländer".

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