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Redaktionsgebell

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Nicht alles glauben!

Sicher habt Ihr schon von diesen „wahren“ Geschichten gehört, die als sogenannte Hoaxes tausendfach durchs Netz schwirren. Die Zahl dieser Falschmeldungen wächst ständig weiter. So wird in Kettenbriefen u.a. vor dem Handy, das beim Aufladen explodiert, vor HIV-Nadeln in Kinositzen, vor Hamburgern mit Ratten oder Coladosen mit Mäusen gewarnt.
Natürlich kursieren auch über Prominente die wildesten Gerüchte. Sicher kennt Ihr diese Meldung auch: So soll das Lovenstein Institute mit Sitz in Scanton herausgefunden haben, dass George W. Bush mit einem IQ von 91 der dümmste unter allen US-Präsidenten gewesen sei. Der Witz an der Sache: Dieses Lovenstein Institute gibt’s gar nicht. In der Medienwelt wurden jedoch die Studien-Ergebnisse dankbar publiziert und der „weltbekannte Soziologe Dr. Lovenstein“ zitiert.
Aber auch bei Hundlern kreisen Ansichten, die sich hartnäckig halten, obwohl sie grundlegend falsch sind. Und die meisten Irrtümer im Umgang mit unseren Vierbeinern können fatale Auswirkungen haben. Einfach nicht tot zu kriegende Weisheiten, die gern beim gemeinsamen Spaziergang oder auf der Hundwiese ausgetauscht werden sind: „Hunde, die bellen, beißen nicht“, „Ein Hund, der mit der Rute wedelt, freut sich“, „Junge Hunde besitzen einen Welpenschutz“, „Hunde und Katzen vertragen sich nicht“, „Das Jagen kann man Hunden nicht abgewöhnen“, „Ein Hundejahr entspricht sieben Menschenjahren“, „Der Hund hat ein schlechtes Gewissen“…
Von Marie von Ebner-Eschenbach stammt das Zitat: „Wer nichts weiß, muss alles glauben“. Unsere DER HUND-Leser gehören bestimmt nicht zu den Unwissenden.


Foto: Stephanie Hofschlaeger/www.pixelio.de

11.08.10 pa

Nicht immer Veilchen

Heute früh waren Murmel und ich wieder am Baggersee (siehe auch Blog von gestern). So alle zwei oder drei Tage wollen wir das durchziehen – schwimmen ist einfach sehr wichtig für ihre alten Knochen. Warum manche Hundeleute die Nase rümpfen, sobald ihre Wasserratte müffelt, kann ich nicht so richtig nachvollziehen.
Überall umgeben sie uns: Manche Gerüche sind zum Totumfallen bestialisch, andere hingegen zum Sterben schön: Es riecht nach Frühling, nach frischem Heu, frisch gemähtem Gras, Sommerregen, nach Holz, Urlaub am Meer, nach Weihnachten…
Unsere Hunde riechen nun mal nicht immer nach Blumenwiese, wir übrigens auch nicht. Was können meine Murmel oder mein Max dafür, wenn das Wasser Duftmoleküle in ihrer Talgschicht freisetzt, die uns dann unangenehm in die Nase steigen? Jedes Tier, auch der Mensch, hat seinen Eigengeruch. Nur die Zweibeiner meinen, ihn durch einen anderen übertünchen zu müssen. Was wohl Hunde von unserer Stinkerei halten?


Foto: gänseblümchen/www.pixelio.de

10.08.10 pa

Immer obenauf

Meine 13 Jahre alte Labi-Dame Murmel (siehe Foto) hat es mit den Gelenken, auch zwickt die Lendenwirbelsäule hin und wieder. Ein gesundes Maß an Bewegung ist für sie jedoch sehr wichtig, schon allein, um ihre Muskulatur zu erhalten oder zu kräftigen. Der Tierarzt empfahl das Unterwasserlaufband. Prima Sache, so mein erster Gedanke. Gegen ein wärmendes „Vollbad“ hatte Murmel auch (noch) nichts einzuwenden, bisschen eng, aber sie war kein Spielverderber. Als das Laufband dann jedoch gestartet wurde, schaute sie mich mit ihren Rehäuglein an, so nach dem Motto: Das ist jetzt nicht dein Ernst?! – fremdbestimmtes Laufen und dann auch noch im Wasser, was soll der Quatsch? Totalverweigerung war die Folge.
Eine andere Lösung musste her und da in Berlins Gewässern angenehme Temperaturen herrschen, fahren wir jetzt regelmäßig baden. Ich brauche Euch wohl nicht zu sagen, wie die Augen meiner Schwimmfee anfangen zu strahlen, sobald die ersten Wasser-Duftmoleküle auf ihre Riechschleimhaut prallen.
Seit vorgestern geht sie nur noch angezogen ins Nass. Ihr orangefarbenes Kleidungsstück trägt sie mit Stolz. Nein – Murmel ist keine schlechte Schwimmerin, ihre Technik würde selbst Britta Steffen beeindrucken. Die Schwimmweste gibt ihr jedoch Sicherheit, eine optimale Schwimmlage und etwas Auftrieb. Sie paddelt sichtlich entspannter durchs Wasser. Das Ding ist echt der Hammer, ein Muss für alte oder kranke Hunde und eine tolle Sache. In diesem Sinne, Murmel: immer eine Handbreit Wasser unterm Rumpf!


Foto: Pankau

09.08.10 pa

Die besseren Hunde

Am Sonntag ist Weltkatzentag! Rund 7,5 Millionen dieser edlen Samtpfoten leben in Deutschland, gut zwei Millionen mehr als Hunde. Warum nur ist die Katze beliebter? Angesichts der bestechenden Eigenschaften eines Hundes dürfte es sich um rein praktische Gründe handeln: Die Katze ist (meistens) kleiner, frisst nicht so viel, braucht weniger Platz, geht aufs Katzenklo, man muss nicht dreimal täglich mit ihr spazieren gehen – sie zieht stattdessen allein los, die Katze muss nicht erzogen werden, sie erzieht eher ihre Besitzer. Sie bellt nicht, beißt nicht, sabbert nicht, putzt sich selbst, suhlt sich nicht in Schlamm oder Kuhmist, riecht nicht nach Hund…
Am Sonntag ist Weltkatzentag! Drei Tage später erscheint unser neues Heft. Titelthema: Dreamteam Hund und Katze. Also wenn das keine Verbeugung vor dem elegantesten, sanftesten, hübschesten Tier überhaupt (nämlich der Katze) ist!
Am 10. Oktober ist übrigens WeltHUNDEtag!

Foto: Sonja Schreiber/www.pixelio.de

06.08.10

Öl in Dosen

Sprachen wir doch gestern übers Sommerloch, liebe Blogleser, so ist ein Loch endlich geschlossen – und das ist DIE Nachricht des Tages. Das Öl sprudelt nicht mehr.
Ich muss unweigerlich an die Liedzeile „Schmeckt man in Dosen in Rirol“ denken, Carl Zellers Schwanklied „Schenkt man sich Rosen in Tirol“, das so verstanden wurde von einer gewissen Polly.
Das Kinderbuch „Polly erzählt - Jugenderinnerungen eines Großstadthundes“ erschien 1986 und war eine meiner ersten Lektüren zum Thema Hund. Polly war nach eigenen Angaben vorn ein Pinscher und hinten eine Bulldogge. Sie hatte so herrliche Ansichten, sprach von „dem stinkenden Hund auf vier Rädern“ und von ihren Besitzern, die gern „Schmeckt man in Dosen in Rirol“ sangen. Das ist also eine Art hündischer Verhörer. Und in meinen Ohren klingt Rirol nach schmutzigem Öl. Versteht Ihr nicht? Müsst Ihr auch nicht.
Eines noch: Pollys Geschichte hat der DDR-Schriftsteller Helmut Baierl zu Papier gebracht, neben anderen, ernsthaften, politischen Werken. Ob er in Wahrheit aber lieber mit „Dosen in Rirol“ in Erinnerung bleiben wollte?

Foto: sulamith.sallmann/flickr.com

05.08.10

Sommerloch

Sommerloch nennen Journalisten die ruhigen Monate im Juli und August (gähn), wenn die Politiker im Urlaub weilen. Zunehmend schaffen es wieder mehr Auslandsthemen in die Nachrichten. Heute ist die Ölpest im Golf von Mexiko wieder ganz vorn, gefolgt von den Bränden in Russland, dem Hochwasser in Pakistan.
Ein typisches Sommerlochthema ist dieses: ein Kongress zum Thema Chasmology in Paris. Chasmology ist die Wissenschaft vom Gähnen. Man tut es, so die Wissenschaftler, bis zu 240.000-mal in seinem Leben (wahrscheinlich 100.000-mal allein im Sommerloch). Warum, das ist noch immer eine strittige Frage. Sauerstoffmangel, Müdigkeit, Langeweile, sexuelles Interesse, Kommunikation? Auf jeden Fall hat man herausgefunden, dass Hunde auf das Gähnen von Menschen reagieren und sie nachahmen. Ich habe auch schon von Hunden gehört, die es aus Verlegenheit tun oder auf Kommando. Mein Hund bekam immer im Auto wahre Gähnanfälle. Zehn- bis 20-mal während einer kurzen Fahrt waren keine Seltenheit. Lasst Euch bloß nicht anstecken!

Foto: dogWorx/flickr.com

04.08.10

Zwei Möpse

Kürzlich hatten wir in der Familie Besuch einer Dame. Sie hatte zwei Möpse. Ich war gespannt auf diese Rasse, schließlich hatte ich bislang deren Bekanntschaft nur flüchtig gemacht, auf der Straße oder auf Ausstellungen. Ihrem Wesen nach lebhaft, lustig, ja manchmal clownesk, so fand ich sie beschrieben. Während die Zweibeiner sich unterhielten und Kaffee tranken, vertrieben sich die Vierbeiner die Zeit mit Ballspielen. Die beiden Möpse waren tatsächlich sehr drollig, aufgeschlossen und verspielt. Besondere Vorliebe hatten sie für den rotdurchwirkten Wohnzimmerteppich entwickelt.

Warum nun einer der beiden sein großes Geschäft auf ebendiesem Teppich erledigte, der zweite sein kleines, ich weiß es nicht. Es roch, die Fenster wurden geöffnet. Während die Hälfte der Gesellschaft sich nun mit Putztüchern aller Art bewaffnete, hatten die beiden Hunde die Couch erklommen und waren dabei, von dort aus den ja nun geöffneten Fenstern zu spähen. Aus dem dritten Stock ist die Sicht sehr gut… Als dieser Nachmittag vorbei war, fand ich mein Hörensagenwissen über den Mops durchaus bestätigt – und zweifelte stark an der Erziehungskunst unseres Kaffeegastes.

Foto: Thorsten-Freyer/pixelio.de

03.08.10

Erntezeit

Es ist Erntezeit in Deutschland. Wer auf dem Lande lebt, spürt das hautnah, hört bis in die Nacht Mähdrescher fahren, muss auf dem Weg zur Arbeit zehn Minuten mehr einplanen. (Wie gern sammeln Traktoren und Mähdrescher auf dem Weg zu ihrer Arbeit mit gefühlt Tempo 20 lange Autoschlangen hinter sich.)

Gestern sah ich einem dieser röhrenden Ungetüme auf dem Felde zu, Staub legte sich über die Gegend. Ich war nicht der einzige Zuschauer an der Ackerkante. Ein junger Mann mit Dalmatiner blickte ebenfalls auf dieses beeindruckende und doch ruhige Bild in der heißen Sonne.
Sein Dalmatiner blickt auch: Ihn interessierte allerdings nicht die Kraft des 800-PS-Mähdreschers, sondern er beobachtete ausschließlich die Störche, die auf dem frisch gemähten Feld nach Fröschlein und Insektentierchen Ausschau hielten.
Der Gefleckte wartete nicht lange, sondern sprang übers Feld den Störchen hinterher, scheuchte einen nach dem anderen auf, sein Besitzer zischte laut ihm ein Wort mit sch hinterher, rief und rief und rief – der Hund rannte, und rannte, die Störche flogen. Es waren sieben. Es ist Erntezeit in Deutschland. Wer in der Stadt lebt, spürt davon nichts.

Foto: Rübensaat

02.08.10

Da capo al fine

Eins, zwei, drei,
schon wieder eine Woche vorbei.
Vier, fünf, sechs und sieben,
wo sind denn die ganzen Stunden geblieben?
Acht und neun und zehn,
bald werden wir nach Hause gehen.
Elf, zwölf, dreizehn,
am Montag werden wir uns wiedersehen.
Beziehungsweise lesen. Zumindest Ihr uns. Aber das hätte sich ja nicht gereimt.

Foto: Gutmann

30.07.10 Gu

Im Rückwärtsgang

Gestatten: Nirthak Nnamtug, wohnhaft in Nilreb. Besondere Fähigkeiten: rückwärts buchstabieren. War früher jedenfalls mal so. Rückwärts war sozusagen meine erste Fremdsprache – und die beherrschte ich fließend. Heute muss ich oft lange überlegen, bis mir das richtige Rückwärtswort über die Lippen kommt. Und wenn ich’s mir genau überlege, ärgert mich das. Habe ich meine Fährigkeiten schmählich verkümmern lassen? Hätte ich regelmäßig jeden Dienstag von 18 bis 19 Uhr üben sollen? Jährliche, bundesweite Rückwärtsbuchstabierwettbewerbe besuchen müssen? Vielleicht.
Vielen Hunden geht’s im Prinzip doch ähnlich wie mir. Mit einer Wahnsinnsnase zur Welt gekommen, nie trainiert (worden), der Geruchssinn allmählich degeneriert… Aber dennoch schlummern einzigartige Riechfähigkeiten, die hin und wieder spontan und unerwartet zum Einsatz kommen, in ihnen – und zwar auch ohne Training! (Welcher Hund findet nicht das weggeworfene Wurstbrot in der Hecke neben dem Schulhof? Ganz ohne Kenntnisse über Fährtenarbeit, Mantrailing, Schweißarbeit…)
Also liegt’s wohl an meinen Vorfahren. Mein Rückwärtsbuchstabiererbgut scheint nicht das Ebleg vom Ie zu sein. Da hilft wohl nur noch eins: nereiniart, nereiniart, nereiniart!

Foto: dierk schaefer/www.flickr.com

29.07.10 Gu
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