Redaktionsgebell
Nicht oben ohne!
Es fällt auf, jedenfalls mir, die ich jeden Tag in Berlin mit den Öffentlichen unterwegs bin: Es gibt neuerdings die tollsten Transportvarianten für kleine Vierbeiner:
Hund im Trolly
Hund im Rucksack
Hund in Umhängetasche
Hund in Reisetasche
Hund im Kinderwagen
Hund im Fahrradkörbchen
Und warum? Alle Berliner Hunde – gucken sie auch noch so treuherzig und haben vielleicht sogar die Begleithundeprüfung mit Auszeichnung bestanden – müssen in Berliner Bussen und Bahnen seit dem 1. Januar einen Maulkorb tragen. Kleine Hunde, nicht alle haben ja einen maulkorbgeeigneten Fang, können stattdessen in einer Box oder Tasche mitgeführt werden. Sind meinen Beobachtungen zufolge also Kleinhundehalter vorbildlicher? Denn: Große Exemplare mit Maulkorb sehe ich nie. Vielmehr Fellnasen, die ihren Kopf gern auf einen freien Platz ablegen, zusammengerollt, dösend unterm Sitz liegen, weder bellen noch sonst irgendjemanden belästigen. Und von offizieller Seite werden meine Beobachtungen auch bestätigt: Laut Senatsverwaltung seien keine Vorfälle mit Hunden in Bussen und Bahnen bekannt…
Was soll es dann mit dieser „Nicht-oben-ohne-Vorschrift“ für alle Berliner Schnauzen, die noch dazu bundesweit ziemlich einmalig ist? Die Berliner Verkehrsbetriebe haben einen moderaten Umgang mit dem erweiterten Maulkorbzwang angekündigt und wollen keinen Krieg mit Hundehaltern. Busfahrer und Kontrolleure sollen „mit Augenmaß“ selbst entscheiden, ob sie Ausnahmen machen. Sind Hund und Halter in Zukunft davon abhängig, wie ein Kontrolleur gerade mal drauf ist?
Foto: Ralf Handke/www.pixelio.de
08.02.10 pa
Dieser Nase entgeht nichts
Neulich in der U-Bahn. Ein Nova Scotia Duck Tolling Retriever-Rüde (im Foto ein Artgenosse) schläft zusammengekringelt unter den angewinkelten Beinen seiner Besitzerin. Ganz so, wie er es in der Hundegrundschule für Stadtbewohner gelernt hat. Fällt kaum auf, das Fellknäuel. Leute steigen aus, Leute steigen ein, Leute steigen aus, Leute steigen ein… Null Reaktion auf Seiten des Vierbeiners. Dornröschenschlaf.
Dann plötzlich: Der Hund erwacht zum Leben! Mit einem Ruck springt er auf, stößt sich den Kopf an den Oberschenkeln seiner Halterin, macht ein par Schritte vorwärts, reckt den Hals, streckt die Nase in die Luft – und will partout zu der älteren Dame, die gerade eingestiegen ist und sich vis-à-vis hingesetzt hat. Er fängt an zu winseln und zieht was das Zeug hält in Richtung elderly Lady.
Wieso das denn? Was ist denn jetzt los? Was hat er denn? Ganz einfach: Die Dame trägt Pelz. Echten.
Ich frage mich, was sich der Hund da wohl gedacht haben mag? Vermutlich hat er die Mantelträgerin für eine erfahrene und äußerst erfolgreiche Jägerin gehalten, die ihre Beute stolz mit sich herum trägt. Wenn das die Oma wüsste.
Foto: Marcus Brauer/www.pixelio.de
05.02.10 Gu
Seelenverwandte
Meine beiden Hovawart-Blondinen haben eine Willensstärke wie eineiige Zwillinge. Dabei müssten sie eigentlich typische Generationsprobleme ausfechten, denn Cyrano (links) ist schon zehn, Atlanta erst drei Jahre alt. Wir haben noch nie Hunde gehabt, die z.B. so eng zusammen auf einer Decke lagen, dass des einen Pfote unter des anderen Bauch steckte oder sich ihre Rückenfronten der Länge nach stundenlang berührten. Dabei ist es nicht so, dass diese beiden Vierbeiner sich etwa aus liebevoller Verbundenheit eng an ihren Gefährten kuscheln wollen. Nein, beide sind einfach nur viel zu stur, um dem anderen Platz zu machen! Wer zuerst liegt, hat Bleiberecht. Legt sich der andere dazu, bleibt der mit der Platzkarte liegen wie einbetoniert.
Das geht so weit, dass am frühen Abend, wenn Kerls sich nach dem langen Hundespaziergang zum Tee im Wohnzimmer treffen, ein regelrechter Run auf den Couchplatz rechts neben Herrchen entbrennt. Ist Atlanta schneller gewesen, steht Cyrano wehklagend, unentschlossen trippelnd und mit einem entsetzten Blick, der Gläser zum Zerspringen bringt, vor dem Sofa und jammert: „Das ist soooo gemein! Aber ICH wollte doch...!“ Atlanta schließt derweil die Augen, den Kopf schwer auf den Oberschenkel des eroberten Zweibeiners gelegt, und rührt sich keinen einzigen Millimeter.
Der große Blonde hat es auch schon fertig gebracht, seine Pfoten in der vermeintlichen Niederlage auf ein winziges freies Sofastück rechts von Lanta zu wuchten, Schwung zu holen und sich dreist mitten auf die Konkurrentin zu setzen. Die blieb aber, ätsch, bätsch, trotzdem liegen. Denn lieber 42 kg auf dem Hinterschenkel, als den Platz an der Sonne dafür aufgeben.
Es gäbe nur eine dauerhafte Lösung: Ich müsste den halben Meter links neben meinem Gatten zum Entern freigeben und mir einen Ohrensessel kaufen. Ich glaube, es hackt, ihr blonden Jünger! Der Mann wird ja noch größenwahnsinnig! Fehlten nur noch die Fräuleins mit den Palmwedeln...
Foto: Kerl
04.02.10 Ke
Einfach Wahnsinn
Und wieder 20 cm Neuschnee... Wisst Ihr noch? Vor wenigen Jahren überlegten sich Hundehalter ernsthaft, ob sie ihrem Vierbeiner (und sich selbst) noch Rindfleisch füttern dürften. Gartenbesitzer mieden Düngertüten mit Rinderdung und Hornspänen wie die Vampire den Knoblauch. Der Rinderwahnsinn hatte sich flächendeckend des Angstzentrums menschlicher Gehirne bemächtigt. Dabei sei es schon damals wahrscheinlicher gewesen, an einem Butterbrothappen zu ersticken, als Bekanntschaft mit Herrn Creuzfeldt-Jakob zu machen, sagen Experten für Risikobewertung.
530 Millionen Euro sind in den vergangenen zehn Jahren dafür ausgegeben worden, 20 Millionen bundesdeutsche Rinder auf BSE zu untersuchen. Und wie viel BSE-Vieh fand sich im vergangenen Jahr? Zwei Rinder. Insgesamt waren es in einem Jahrzehnt 413 kranke Hornträger. Was wir gerade in Sachen Schweinegrippe erlebten, ist nicht minder überzogen gewesen. Das nächste Kapitel aus dem Politiker-Handbuch: „Wie verschwende ich in kürzester Zeit die meisten Steuergelder?“
Um statistisch gesehen bei einem Flugzeugunglück vom Himmel zu fallen, müsste ein Passagier 67 Jahre lang ohne Unterbrechung im Flieger sitzen. 35 000-mal höher ist die Wahrscheinlichkeit, in einem Auto ums Leben zu kommen, als ginge man zu Fuß. Nebenbei: Mein Genickbruchrisiko beim Stolpern über ungezählte Kongs, Jutebeißwürste, Quietschbälle und männerarmdicke Spieltaue hier im Haus liegt sogar noch dreimal höher.
Warum ich Euch das erzähle? Weil heute Nacht unsere riesige Ramblerrose samt Rankgitter genau über unserer Haustür von der Fassade gekracht ist. Die Konstruktion hatte die Schneemassen nicht mehr halten können. Hier ein Foto aus besseren Tagen. Gut, dass ich nicht gerade die Hunde in den Vorgarten zum Pipi machen geschickt habe, als die XXL-Rose sich der Schwerkraft hingab. Nicht auszudenken, wenn die Hovis unter den hüfthohen Natodrahthaufen von „Filipes Kiftsgate“ geraten wären. Wir kommen zwar nicht mehr aus der Tür, aber wir leben.
Foto: Kerl
03.02.10 Ke
Nur aus Notwehr
Soll die Bundesregierung nun 2,5 Millionen Euro für die CD mit 1500 Namen von Steuersündern ausgeben oder nicht? Belohnt man damit das Denunziantentum und das illegale Herumschnüffeln in anderer Leute Angelegenheiten? Es ist aber auch ein Kreuz mit der Moral!
Ich trage mich gerade ernsthaft mit dem Gedanken, ebenfalls jemanden anzuschwärzen. Unseren neuen Nachbarn. Der hat einen Epagneul Breton-Rüden. Einen sehr hübschen Orange-Schimmel. Und wenn ich nicht mit unseren Hunden regelmäig vor die Tür müsste, hätte ich große Freude an seinem Anblick. (Die Rede ist vom Hund.) Nun fielen Hund und Herr mir allerdings schon mehrmals unangenehm auf. Die beiden gingen stets ungesichert die vielbefahrene Dorfstraße entlang; der Hund rannte 10 m vor und trug weder Halsband noch Leine. Na, ganz toll!
Vorgestern Morgen trete ich im Dunkeln mit Alma vor die Gartenpforte und stehe vor unserem Fachwerkschuppen, als uns wild wedelnd besagter Rüde begrüßt und Alma umtänzelt. „Wo ist denn dein Herrchen?“ Keine Antwort. Gut, dass mein Mann mit den beiden Blonden eine andere Richtung eingeschlagen hatte, sonst wäre jetzt die Kacke am Dampfen gewesen.
Ich nehme die angeleinte Alma mit dem Bretonen im Schlepptau und suche seinen Besitzer. Der schippt Schnee aus seiner Ausfahrt. Dass sich sein Hund derweil auf unserem Grundstück vergnügte und lustig über die Straße hüpfte, was juckte es ihn? Lass doch die ganze Jahresernte Reis in China umkippen! Ich äußere deutlich, aber die Etikette wahrend, meinen Unmut über seine Laissez-faire-Haltung und male ihm aus, was passiert wäre, wenn sein Hund nicht Alma, sondern Cyrano vor die Pfoten gekommen wäre. Der Dickfellige schwingt anscheinend peinlich berührt den Schneeschieber und verspricht kleinlaut Besserung.
Gestern sah ich das Gespann wieder: Hund auf der Straße angeleint. Sollte der Mensch lernfähig sein? Zu früh gefreut. Heute drehte ich gegen halb sechs Uhr eine Dorfrunde mit Lanta. Wer steht hinter der erleuchteten Haustür, öffnet sie im Schlafanzug und lässt seinen Rüden, der sicher pinkeln sollte, bellend auf die Straße stürmen? Genau. Und deshalb überlege ich, zum Tier zu werden. Denn spätestens bei der nächsten Läufigkeit meiner Hundedamen finde ich solche Szenen gar nicht mehr spaßig. Guckt der Mann etwa direkt in Cyranos braune Augen, wenn er seine Haustür öffnet? Eben. Wir reißen uns das verlängerte Rückgrat dafür auf, dass unsere Hunde niemanden belästigen.
Einmal griffen wir an einem anderen Wohnort zum Äußersten, als wir uns nicht mehr anders zu helfen wussten. Ein Nachbar, der alle Klischees über bildungsferne Schichten bediente, hatte eine Terrier-Mixhündin, die er nach Lust und Laune um unser gemietetes Reihenhaus herumlaufen ließ. Nicht nur, dass seine kniehohe Susi regelmäßig unsere in Hausnähe selbstverständlich angeleinten Hunde mit gesträubtem Nackenhaar umkreiste und wolfsnasig provozierte. Sie hing auch noch mehrmals Besuchern in der Hose, kaum stiegen diese aus ihren Autos vor unserer Tür. Dickfellige Nachbarn machen einsam.
Die dringende Bitte um Rücksichtnahme ging links rein, rechts raus. Susi machte uns weiter das Leben schwer. Was tun? Unser scharfes Schwert hieß: Mietminderung. Der Nachbar ignorierte die Mahnungen des Vermieters – und flog schließlich mit Kind, Kegel und Susi raus.
Wenn der Epagneul-Mann so dickfällig bleibt, nutze ich aus Notwehr die Telefonseelsorge des Ordnungsamtes, denn schließlich gefährdet der Hund nicht nur mich, sondern auch den Straßenverkehr. Ich hasse es. Aber noch mehr hasse ich es, wenn sich andere Leute eine 10er-Packung hartgekochter Eier auf meine Rechte pellen.
Foto: Kerl
02.02.10 Ke
Kriminelle Kristalle
So langsam finden ihn meine Hunde kriminell, den Schnee. Alma guckte mich gestern an, als hätte ich nicht alle Tassen im Schrank: „Da lang? Drei Kilometer durch festes, unberührtes Finnlandweiß bis zu den Knien, unterbrochen von hüfthohen Schneewehen? Tierquälerei! Nö, da tritt mal schön eine Spur für uns beide, du bist die Chefin. Nach dir!“ Unsere Wanderwege werden nämlich nicht geräumt und wer keine langweiligen Dorfrunden drehen will (drei Straßen zur Auswahl!), muss notgedrungen seinen Puls in die Höhe peitschen, als sei er ein AOK-Koronarsportgruppenmitglied.
Kriminelle Kristalle machen einfach viel mehr Spaß, wenn man abends auf dem Sofa, den Hund in der Kniekehle, Bekanntschaft mit ihnen macht. Deutsche Leser sollen daher ganz verrückt sein nach mörderischen Schnee-Plots. Eigentlich ist Peter Hoegs Fräulein Smilla an allem Schuld. Ihr Gespür für Schnee löste vor einigen Jahren eine regelrechte Winterkrimi-Lawine (!) aus. Jede dritte Hündin hieß in der Zeit Smilla, auch die Hochsommergeborenen. Im Internet soll es heiße Listen mit eiskalten Schneekrimis geben. Hier frostige Tipps zum gemütlichen Einschneien lassen für Hartgesottene:
- P. J. Tracy: Memento, Rowohlt
- Johan Theorin: Nebelsturm, Piper
- Jo Nesbø: Der Schneemann, Ullstein
Aber Vorsicht: Schadenersatz für erlittene Herzinfarkte wird nicht geleistet. Und ein Hochleistungswachhund wie Cyrano (Foto) sollte schon Euer Gesellschafter sein, sonst ergeht es Euch so wie einer Kleinhundbesitzerin, der ich „Nebelsturm“ zu Weihnachten schenkte: Sie gab in der Buchmitte auf, obwohl sie vorsichtshalber nur am helllichten Tag darin gelesen hatte. Einfach zu spannend. Der Hund hatte die eisigsten Passagen verschlafen, während seinem Frauchen das Blut in den Adern gefror...
Foto: Kerl
01.02.10 Ke
Einer geht immer
Heute in unserer Reihe „Beliebte Kommentare von Nicht-Hündlern zum Thema Hundezeitschriften“: „So was gibt’s?“, „Und das kauft jemand?“, „Was steht denn da so drin?“ – und ebenfalls unter den Top Four: „Und da fällt einem jeden Monat was Neues ein?“
Für uns als „Macher“ alles ziemlich leicht zu beantworten: Ja. Ja. So einiges. Ja. (In der Reihenfolge der gestellten Fragen.)
Dass sich das überhaupt jemand fragen kann! Es gibt doch schließlich auch Zeitschriften für Schneckenhaussammler, über mechanisch betriebene Spielzeugautos und welche, die sich ausschließlich mit Spielautomaten befassen. (Der letzte Satz ist nur teilweise wahr. Wer die Unwahrheiten findet, darf sie behalten.)
Und was den Inhalt anbelangt: Wir könnten auch locker-flockig jeden Monat ein 200-Seiten-Heft füllen. Hundehalter wird das kaum wundern. Oder? Schließlich liegen die Hundethemen doch wortwörtlich (nicht nur) auf der Straße.
Ich will’s ja nicht verschreien, aber sollten wir doch mal „Engpässe“ haben, dann haben wir für den Notfall der Fälle noch einen Satz in petto, der immer geht – auch als Rechtfertigung für 83 leere Seiten: „Platz für eigene Notizen“.
Foto: Stephanie Hofschlaeger/www.pixelio.de
29.01.10 Gu
Schmausen im Winter
Ein großes Thema diesen (wie jeden) Winter: die Vogelfütterung. Soll man? Oder soll man nicht? Für mich gar keine Diskussion: man kann.
Und da wir hier in einer Großstadt leben, in der für viele Wildvögel sowieso wenig Nahrung zu finden ist, wo derzeit außerdem eine dicke Schneedecke den Boden bedeckt und seit Wochen eisige Temperaturen vorherrschen, halte ich die Winterfütterung für absolut gerechtfertigt. So. Genug plädoyiert.
Wo sich allerdings Hunde, Katzen und Vögel den heimischen Garten – zumindest zeitweise – teilen (müssen), ist Vorsicht geboten: Speist die Amsel gerade gemütlich von ihrem reichlich gedeckten Futtertisch, schleicht sich vielleicht schon heimlich, still und leise die Katze an… Hängen die lecker fettigen Meisenknödel zu tief, landen sie vermutlich bald (mitsamt Netz!) im Hundemagen… Eine knifflige Aufgabe für den zweibeinigen Gartenmanager, jedem befellten sowie befiederten Tier den nötigen (Hochsicherheits-)Raum zukommen zu lassen.
Was die Winterfütterung unserer hausbewohnenden Vierbeiner betrifft: Nee, es ist durchaus nicht nötig, ihnen im Winter ihr Futter in erwärmten Rindertalg einzugießen und in einer halben Kokosnuss zu servieren. Auch wenn unsere lieben Fellnasen dazu mit Sicherheit nicht Nein sagen würden.
Foto: Gutmann
28.01.10 Gu
Trauma fürs Leben
Geht Euch das auch so? Manchmal wacht man mitten in der Nacht schweißgebadet auf – und denkt: „Mist, ich muss ja noch mein Mathe-Abi schreiben! Wie soll ich das nur schaffen?“ Kalte Panik kriecht in einem hoch, man zittert und bibbert… Bis einem endlich klar wird: Es war alles nur ein böser, böser Traum.
Zugegeben leide ich seit mehr als zehn Jahren hin und wieder unter besagtem Albtraum. Furchtbar. Aber ein Gutes hat es: Jedes Mal, nachdem ich gecheckt habe, dass in Wirklichkeit alles längst vorbei ist, bin ich der glücklichste Mensch auf Erden. Dann liege ich in meinem Bett, grinse wie ein Honigkuchenpferd und sage mir auf, welche Prüfungen ich schon erfolgreich hinter mich gebracht habe: die theoretische Führerscheinprüfung, die praktische Führerscheinprüfung, das Abitur, die Ausbildungs-Zwischenprüfung, die Ausbildungs-Abschlussprüfung, die Magister-Zwischenprüfungen in drei Fächern, die Magister-Abschlussprüfungen in drei Fächern – und last but not least: die Magisterarbeit. Was soll da also noch kommen?
Ihr kennt das sicher von Euren Hunden: Manchmal zappeln und winseln sie im Schlaf wie wild. Warum, denkt Ihr, tun sie das? Etwa, weil sie im Traum einen Hasen jagen? Quatsch! Sie träumen, sie müssten die Begleithundeprüfung noch mal ablegen. Aber wenn sie aufwachen, sind sie die glücklichsten Vierbeiner der Welt: Sie erkennen, dass so etwas wie Prüfungsangst nur uns Menschen betrifft.
Foto: knipseline/www.pixelio.de
27.01.10 Gu
Kärtchen, wechsle dich!
Am Wochenende konnte ich endlich mal wieder Visitenkärtchen an die Frau (und den einen oder anderen Mann) bringen. Nein, keine Sorge: Ich habe keine ahnungslosen Passanten belästigt und ihnen meine Karte aufgedrängt. Ich war in Münster. Dienstlich. Sprich: Mit der Lizenz zum Kärtchenverteilen.
Man kann sich das auf Messen, wie z.B. der Münsteraner DogLive, in etwa so vorstellen: So wie etliche Hunde in Parks quasi genetisch bedingt einen Baum nach dem anderen duftmarkieren und auf Hundewiesen zu jedem Artgenossen hinrennen und ihn in irgendeiner Form begrüßen müssen (!), so rennen gewisse Menschen auf Messen von einem Stand zum anderen und hinterlassen dort ihre Marke – äh: Karte.
Nicht weiter schlimm. Ganz normales, geschäftsfreudiges Gebaren. Aber: Hinterher hat man nicht nur 100 Visitenkarten verteilt – man hat auch 100 bekommen. Erst mal nicht weiter problematisch. Wenn man denn noch wüsste, von wem welche Karte war... Okay, der Name steht vorne drauf. Logisch. Aber welches Gesicht verbirgt sich hinter welchem Namen? Und wieso habe ich noch mal deren Karte? „Anneliese Müller“ – war das die Dame vom Tierschutzverein? Oder die Whippet-Züchterin? Und was hatten wir doch gleich besprochen? Wollte sie einen Beitrag anbieten – oder eine Anzeige schalten?
Ganz findig war da eine Frau, die mir auf die von ihr überreichte Visitenkarte schrieb: „die mit dem Hundebuch“. Okay, diese Karte kann ich zweifelsfrei zuordnen. Aber von wem waren denn nun die restlichen 99?
Foto: S. Hofschlaeger/www.pixelio.de
26.01.10 Gu